Frauen-WM 2011 : Die magischen 74 000

DFB und Fifa träumen davon, dass das Berliner Olympiastadion bei der Frauen-WM 2011 ausverkauft ist. Schon jetzt werben viele ehemalige Nationalspielerinnen um Fans.

Helen Ruwald
FIFA inspiziert Olympiastadion Berlin
Noch ziemlich leer hier. Tatjana Haenni von der Fifa und der Berliner Staatssekretär für Sport, Thomas Härtel, überprüfen...Foto: dpa

Der Rekord ist nicht zu brechen, der am 10. Juli 1999 in Pasadena aufgestellt wurde. 90 185 Zuschauer sahen in Kalifornien das 5:4 nach Elfmeterschießen der US-Fußballerinnen im WM-Finale gegen China. Weil kein deutsches Stadion Platz für mehr Fans hat, soll das Eröffnungsspiel der WM 2011 mit Weltmeister Deutschland wenigstens auf Platz zwei der bestbesuchten Frauen- Teamsportveranstaltungen landen. Ein am 26. Juni 2011 mit 74 000 Fans ausverkauftes Berliner Olympiastadion ist der Traum der Organisatoren.

„Ich bin optimistisch, dass wir das Olympiastadion vollkriegen“, sagt die ehemalige Nationalspielerin Doris Fitschen, die derzeit mit dem WM-Organisationskomitee und einer Delegation des Weltverbands Fifa die Stadien begutachtet, in denen 2011 sowie bei der U-20-WM der Frauen im kommenden Jahr gespielt wird. Gestern war die Gruppe in Berlin.

Bei der Inspektion ging es laut Tatjana Haenni von der Fifa nur „um die Feinabstimmung, die Stadien sind top“. Die Reisegruppe wollte sich am Ort des WM-Finales von 2006 ein Bild über die Bedingungen für Spielerinnen, Zuschauer und Medien machen. „Die Fifa verspricht sich von der WM eine Sogwirkung für den Frauenfußball weltweit. Wir setzen auf eine Dynamik wie 2006“, sagt OK-Sprecher Jens Grittner. Allerdings wird das Publikum ein anderes sein. Der DFB will bei der WM, für die der Ticketverkauf im Herbst beginnt, viele Familien ins Stadion locken. Um „die WM ins ganze Land zu bringen“, wie Fitschen es ausdrückt, sind viele Ex-Nationalspielerinnen im Einsatz. Steffi Jones ist OK-Präsidentin, zu den WM-Botschaftern zählen Renate Lingor, Britta Carlson, Silke Rottenberg und Sandra Minnert. Sie werben in Schulen und in den Spielorten für die WM. „Jede von ihnen hat bis zu hundert Termine pro Jahr“, erzählt Fitschen, die als Marketing-Verantwortliche Sponsoren akquiriert.

Um sich auf 2011 einzustimmen, tritt das Nationalteam schon jetzt in großen statt wie bisher in mittelgroßen Arenen an. Für das Testspiel gegen Brasilien am 22. April im WM-Ort Frankfurt am Main sind bereits mehr als 20 000 Karten verkauft. Es geht um einen neuen Europarekord im Frauenfußball. Der alte liegt bei 29 092 Zuschauern, aufgestellt bei der EM 2005 zwischen Gastgeber England und Finnland.

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