Frauen-WM : "Für eine glorreiche Zukunft Nordkoreas"

Titelverteidiger Deutschland will mit einem Sieg am Samstag gegen Nordkorea ins Halbfinale der WM in China einziehen. Aber auch beim Gegner herrscht Euphorie, sagt dessen Co-Trainer Kim Pong-ill im Interview.

Sie haben angekündigt, Weltmeister werden zu wollen. Was bedeutet der WM-Titel für Ihr Land?



Die Freude wäre unvorstellbar groß. Das würde unseren Bürgern große Kraft und Zuversicht für eine glorreiche Zukunft Nordkoreas geben. Unser General und Staatspräsident Kim Jong-ill hat uns das mit auf den Weg gegeben.

Wie werden sie zu Hause empfangen, wenn sie tatsächlich Weltmeister werden sollten?

Es kann sein, dass es ein großes Fest geben wird. Und vielleicht würde uns der Präsident empfangen. Aber bisher haben wir unserem Land keine zu große Freude bereitet. Wir haben gegen Schweden verloren. Aber unsere Leute unterstützen uns sehr.

Wieso sind dann keine nordkoreanischen Journalisten bei dieser Pressekonferenz?

Es werden zum Spiel einige Journalisten kommen, die in China als Korrespondenten arbeiten. Sie müssen nicht extra aus Nordkorea hierher reisen.

Was sind die Stärken Ihrer Mannschaft und was die Stärken der Deutschen?

Die Deutschen sind körperlich sehr stark und auch technisch sehr gut. Unsere Stärke ist, dass wir nicht für Geld spielen, sondern für unser Heimatland. Ein Sieg würde uns mit unendlich großem Stolz erfüllen.

Wieso hat sich der Frauenfußball in Nordkorea in den vergangenen Jahren so schnell so positiv entwickelt?

Wir sichten unsere Talente in Nordkorea bereits in der Grundschule, wo sie technisch ausgebildet werden. Das gilt nicht nur für den Fußball, sondern auch für andere Sportarten.

Erinnern Sie sich an 1966, als Nordkoreas Männer zum bislang einzigen Mal ein WM-Viertelfinale erreicht haben?

Das ganze Land erinnert sich sehr gerne daran. Es war aufregend für uns alle. Ich war noch ein Schüler. Einige Spieler sind heute Trainer.

Im Viertelfinale am Samstag (11 Uhr MESZ/live in der ARD und Eurosport) tritt das deutsche Team von Trainerin Silvia Neid in Wuhan gegen den zweimaligen Asienmeister Nordkorea an. (mit sid)

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