Frauenfußball : Marta will Schwedin werden

Der schwedische Club FC Rosengard will mit dem prominenten Neuzugang Marta den europäischen Fußball-Thron erobern. Und Brasiliens Starspielerin sorgte gleich beim ersten Training mit Anja Mittag und Co. für eine große Überraschung: Marta will Schwedin werden.

Noch vor wenigen Tagen war Marta in ihrem Heimatland Brasilien als WM-Botschafterin allgegenwärtig, jetzt sorgte sie schon beim ersten Training mit Anja Mittag und Co. beim FC Rosengard für Schlagzeilen. Die beste und bekannteste brasilianische Fußballerin will den schwedischen Pass erwerben. „Ich habe die schwedische Staatsbürgerschaft beantragt“, sagte Marta in Malmö, wo sie nach der Insolvenz des Champions-League-Finalisten Tyresö FF anheuerte.

Der schwedische Pass sei ihr „sehr wichtig“, befand die fünfmalige Weltfußballerin, „weil er mir Sicherheit bietet nach den vielen Unwägbarkeiten, die ich mit Tyresö erlebt habe. Ich habe begriffen, dass mir ein schwedischer Pass mehr Halt verschafft. Früher habe ich darüber nie nachgedacht.“ Die 28 Jahre alte Marta Vieira da Silva lässt keinen Zweifel daran, dass sie ihre Zukunft langfristig in ihrer zweiten Heimat Schweden plant. „Ich fühle mich hier schon seit vielen Jahren sehr wohl, genieße das Leben auch außerhalb des Fußballs. Es gibt keinen Grund, nicht länger zu bleiben“, betonte Marta, die an diesem Mittwoch ihr Punktspieldebüt im Trikot des FC Rosengard bei Umea IK feiern soll. Für Marta schließt sich ein Kreis, denn Umea war vor zehn Jahren ihre erste Station in dem skandinavischen Land.

Fünf Jahre spielte sie für den Club aus dem Norden, gewann mit UIK den Uefa-Cup, lernte fließend schwedisch, wurde fünfmal Meister und dreimal Torschützenkönigin in der Liga. „Die Damallsvenskan gehört zu den stärksten Ligen der Welt. Das ist gut für mich im Hinblick auf die Aufgaben mit der Nationalmannschaft“, sagte Marta. Ihre großen Ziele mit Brasilien sind die WM im kommenden Jahr in Kanada und natürlich - als absoluter Höhepunkt - die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro.

Zuvor will Marta mit dem Team des neuen Trainers Markus Tilly den schwedischen Meistertitel gewinnen und einen neuen Anlauf auf den europäischen Fußball-Thron starten. „Durch diese unerwartete Verstärkung wird die Konkurrenzsituation im Kader noch größer“, sagte Tilly hocherfreut. Und Rosengards Clubchef Klas Tjebbe platzte fast vor Stolz, als er die Starspielerin präsentierte: „Das eröffnet uns völlig neue Möglichkeiten. Denn Marta ist hungrig auf weitere Titel.“ Laut Marta ist der Champions-League-Titel nicht unrealistisch. „Diese Mannschaft hat dieselben Träume wie ich. Sie will alles gewinnen“, betonte die Offensivspielerin. Anja Mittag, die zur Halbzeit der Meisterschaft mit 12 Treffern die Torschützenliste anführt, ist ebenfalls begeistert von ihrer neuen Sturmpartnerin.

„Mit Marta werden wir noch schwerer ausrechenbar. Außerdem belebt sie die Konkurrenz. Ich glaube, dass ich mit ihr gut harmonieren kann, weil sie viel über außen kommt“, sagte die deutsche Nationalstürmerin der Nachrichtenagentur dpa. Zudem dürfte Marta das Fan-Interesse in Malmö kräftig ankurbeln, meinte Mittag: „Sie wird sicher auch bei uns zum Publikumsmagneten. Das war bisher bei allen ihren Stationen so.“ (dpa)

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