Frauenfußball : Turbine Potsdam gewinnt die Champions League

Dramatischer geht es kaum. Die Fußball-Frauen von Turbine Potsdam haben das erste Champions-League-Finale gewonnen. Der deutsche Meister besiegte den französischen Titelträger Olympique Lyon im Elfmeterschießen.

Michael Meyer
Der "Premieren-Pott" geht nach Potsdam.
Der "Premieren-Pott" geht nach Potsdam.Foto: AFP

Potsdam schien gescheitert. Nur einen von zwei Elfmetern musste Olympique Lyon noch verwandeln, um die Champions League nach Elfmeterschießen zu gewinnen. Anja Mittag und Jennifer Zietz hatten verschossen, die Nationalspielerinnen. Doch dann kam Anna Felicitas Sarholz, die 17-Jährige im Turbine-Tor, die schon im Halbfinale drei Elfmeter abgewehrt hatte. Zweimal in Folge musste sie gestern Abend halten, zweimal hielt sie – das Drama ging weiter. Sarholz verwandelte sogar selber noch sicher vom Elfmeterpunkt, ehe einer Französin die Nerven versagten und sie den Ball an die Latte knallte. Potsdam gewann das erste Champions-League-Finale der Frauen im Coliseum Alfonso Perez von Getafe 7:6 nach Elfmeterschießen. Nach der Verlängerung hatte es 0:0 gestanden. Mannschaftskapitän Zietz nahm anschließend aus den Händen des Uefa-Präsident Michel Platini die Trophäe entgegen.

Vor 10.372 Zuschauern im Stadion des FC Getafe begann Turbine sichtlich nervös gegen die furios startenden Französinnen, die in Halbzeit eins die klareren Chancen besaßen. Die größte hatte Louisa Necib, deren Freistoß aus 35 Metern ans Lattenkreuz knallte. Amandine Henrys Schuss konnte Potsdams Schlussfrau Anna Felicitas Sarholz gerade noch so zur Ecke retten, später parierte Sarholz einen Kopfball Ingvield Stenslands, dann ging Necibs Drehschuss über Potsdams Querlatte. Auf der Gegenseite rettete Lyons Torfrau Sarah Bouhaddi in letzter Sekunde vor Fatmire Bajramaj. Nach einer halben Stunde, als die ersten Laola-Wellen durch das Stadion schwappten, hatte Turbine Potsdam besser ins Spiel gefunden.

Nach dem Seitenwechsel erwies sich Olympique weiterhin als gleichwertiger Gegner, spielte Turbine nicht fehlerfrei. Lyon blieb kombinationssicher und setzte den Deutschen Meister unter Druck, der dadurch nur schwer zu seinem Kurzpassspiel kam, dann aber wieder ein Lebenszeichen setzte. Bajramaj passte nach schönem Solo von rechts in den Strafraum in die Mitte, wo Tabea Kemme aus Nahdistanz aber an Lyons Keeperin Bouhaddi scheiterte und den Nachschuss über die Querlatte jagte. Potsdam drückte nun mehr, aber die Französinnen blieben gefährlich. Nach Zuspiel Kemmes verzog Turbines eingewechselte Japanerin Yuki Nagasato aus Nahdistanz, dann ging Mittags Schuss nach schönem Solo nur an den rechen Pfosten, einen Fernschuss Bajramajs in der Nachspielzeit hielt Lyons Torfrau fest. So musste nach temporeichen 90 Minuten die Verlängerung entscheiden, in der weiter Turbine Druck machte. Und im Elfmeterschießen siegte Potsdam dank der besseren Nerven seiner jungen Torhüterin.

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