Frauenfußball : Turbine Potsdam ist wieder Meister

Nach einem 1:0 gegen Bad Neuenahr am vorletzten Spieltag der Frauen-Bundesliga sind die Fußballerinnen von Turbine Potsdam nicht mehr einzuholen - und feiern ausgelassen die Meisterschaft.

Helen Ruwald

Mit einer Flasche Sekt raste Isabel Kerschowski auf Bernd Schröder zu und kippte sie über seinem Kopf aus. Der 67 Jahre alte Trainer des Bundesligisten Turbine Potsdam lachte nur, nach der erfolgreichen Titelverteidigung war gestern Nachmittag alles erlaubt. Die Fußballerinnen feierten sich im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion mit einem wilden Kreistanz und warfen Blumensträuße ins Publikum, DFB-Präsident Theo Zwanziger hängte den Spielerinnen nach dem 1:0 (0:0) gegen Bad Neuenahr die Medaillen um, überreichte die Meisterschale an Spielführerin Jennifer Zietz und drückte Schröder lange an sich. „Das Team hat eine super Saison gespielt, man hatte nie das Gefühl, dass wir nicht Meister werden“, sagte Schröder.

Lange scheiterte Turbine gestern allerdings an den eigenen Nerven. 80 Tore hatte das Team bis zum Anpfiff in 20 Bundesligaspielen geschossen, am vorletzten Spieltag musste der Deutsche Meister nur ein einziges erzielen, um sich erneut den Titel zu sichern. Mehr als eine Stunde lang berannte Turbine vor 2816 Zuschauern unaufhörlich das Tor des Tabellensechsten – und vergab eine Großchance nach der anderen. Ob Kopf oder Fuß, Distanzschuss oder Schüsschen aus nächster Nähe, nie fand der Ball den Weg ins Tor. Erst nach einer Ecke der eingewechselten Yuki Nagasato traf ausgerechnet Abwehrspielerin Bianca Schmidt in der 68. Minute zum 1:0 und wurde nach ihrem ersten Saisontreffer von ihren erleichterten Mannschaftskameradinnen umgerissen und unter ihnen begraben.

Es sollte der einzige Treffer des Spiels bleiben, da Anja Mittag in der Schlussphase den Ball aus zwei Metern an die Querlatte knallte. Aufregen mochte Mittag sich darüber später nicht mehr. „Das ist egal, wir sind Meister und wir haben eine gute Chance, die Champions League zu gewinnen“, sagte sie. Am 20. Mai trifft Turbine Potsdam in Getafe auf Olympique Lyon.

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