Frauenfußball : Weltmeister Deutschland bezwingt China

Mit Bundestrainer Joachim Löw als Tribünengast hat die deutsche Frauen-Nationalmannschaft zum Auftakt des Olympia-Jahres einen knappen Erfolg verbucht.

Michael Becker[dpa]
Frauenfussball Foto: ddp
Chinas Zhan Cheng (l.) kämpft gegen Deutschlands Simone Laudehr. -Foto: ddp

FreiburgDie Fußball-Weltmeisterinnen bezwangen im ersten Länderspiel 2008 durch ein Elfmeter-Tor von Rekordnationalspielerin Birgit Prinz (80.) und einen Treffer von Petra Wimbersky (89.) in Freiburg China mit 2:0 (0:0). Vor 18.346 Zuschauern im Badenova-Stadion zeigte die Mannschaft von Bundestrainerin Silvia Neid gegen die Olympia-Gastgeberinnen eine engagierte Leistung, kann sich aber in den nächsten Wochen noch steigern.

"Ich bin mit beiden Halbzeiten sehr zufrieden. Anfangs mussten wir erstmal sehen, wo wir stehen. Da haben wir uns auf das Mittelfeld-Pressing beschränkt. In der zweiten Hälfte haben wir mehr Druck gemacht, und die Präzision im Passspiel wurde besser", bilanzierte Neid. Freiburgs Mittelfeldspielerin Melanie Behringer räumte nach der Partie vor heimischer Kulisse ein: "Uns fehlt noch Spielpraxis. Aber ich denke, schon beim Algarve-Cup nächste Woche wird es besser."

Ohne Bresonik und Garefrekes

Obwohl die Cheftrainerin vor der Partie einen verschärften Konkurrenzkampf angekündigt hatte, setzte sie mit ihrer Startelf ein Signal, dass die erfolgreichen WM-Akteurinnen beim Rennen um die 18 Olympia-Tickets einen kleinen Bonus genießen. Aus der Elf, die am 30. September 2007 in Shanghai beim 2:0-Sieg gegen Brasilien im WM-Finale begonnen hatte, fehlten nur die verletzten Linda Bresonik (Knie-OP) und Kerstin Garefrekes (Syndesmoseriss). Ihre Positionen übernahmen Babett Peter auf der linken Abwehrseite und Petra Wimbersky im rechten Mittelfeld.

Im Tor stand die seit nunmehr seit 882 Minuten unbezwungenen Nadine Angerer. Dennoch muss sich die nach Schweden gewechselte Keeperin dem Kampf ums deutsche Tor für Olympia stellen. "Wir haben zwei Weltklasse-Torhüterinnen. Auch Silke Rottenberg hat es verdient, sich in den nächsten Spielen zu zeigen", sagte Neid.

Fehlende Spielpraxis

Löw, der sich vor allem von der "starken Mannschaftsleistung" der DFB-Elf beim WM-Triumph beeindruckt zeigte, sah bei seinem ersten persönlichen Besuch eines Frauen-Länderspiels eine typische Partie nach einer langen Spielpause. Dem seit März vergangenen Jahres (0:1 gegen Italien) in nun 15 Partien unbezwungenen DFB-Team war vor allem zu Beginn fehlende Spielpraxis anzumerken.

Gegen die defensiv gut organisierten und nach einigen Testspielen in diesem Jahr bereits besser eingespielten Chinesinnen blieben Chancen Mangelware. Für die gefährlichste Szene im ersten Durchgang sorgte Babett Peter mit einem Distanzschuss kurz vor dem Halbzeitpfiff (43.). Doch sie scheiterte aus rund 25 Metern an der Latte. "Es wirkt noch ein bisschen müde, der letzte Pass kommt zu oft nicht an", meinte Bresonik zur Pause.

Nach dem Wechsel machten beide Trainerinnen von ihren Wechselmöglichkeiten regen Gebrauch. Dennoch agierte Deutschland nun druckvoller und wurde belohnt: Nach einem Foul an der eingewechselten Conny Pohlers gelang Prinz mit dem sicher verwandelten Elfmeter ihr 117. Tor im 174 Länderspiel. Wimbersky stellte mit dem 2:0 eine Minute vor dem Ende den verdienten Sieg sicher.

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