Fred Rutten : Schalkes neuer Hoffnungsträger

Noch ist es nicht offiziell. Doch allem Anschein nach wird Fred Rutten der nächste Trainer von Schalke 04. Wer ist der Holländer, der sich der schwierigen Aufgabe in Gelsenkirchen stellen will?

Bertram Küster
Fred Rutten
Fred Rutten. -Foto: dpa

GelsenkirchenGuus Hiddink - ok. Dick Advocaat - kennen wir. Aber wer zum Teufel ist Fred Rutten? Schalke 04 setzt in der neuen Spielzeit offenbar auf einen Niederländer, über den hierzulande wenig bekannt ist. Offiziell verzichten die Beteiligten bislang auf eine Bekanntgabe des Deals, weil der Trainer bei Enschede noch bis 2010 unter Vertrag steht und derzeit in den niederländischen Playoffs noch um einen Platz in der Champions-League-Qualifikation spielt. Doch laut "Bild"-Zeitung sind sich Schalke-Manager Andreas Müller und der Holländer längst einig. Rutten soll für eine Ablöse von bis zu 500.000 Euro von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch machen.

Nicht alle sind von dieser Idee überzeugt: "Da nimmt man einen, der ein bisschen nach Holland riecht", mäkelt etwa Udo Lattek, der die Königsblauen auch einst für ein halbes Jahr trainierte, im Deutschen Sport Fernsehen. Tatsächlich kann der 45-Jährige wenig mehr vorweisen als eine beispiellose Vereinstreue. Rutten verbringt derzeit sein 25. Jahr als Angestellter des FC Twente Enschede. Bereits als 15-Jähriger kam Rutten zu dem niederländischen Traditionsklub. Als Innenverteidiger absolvierte er zwischen 1979 und 1992 alle seine 307 Profi-Spiele für Enschede. Eine Laufbahn in der Nationalmannschaft blieb Rutten verwehrt. Am 16. November 1988 wurde er in einem Länderspiel des "Oranje-Teams" gegen Italien eingewechselt - das war's. Eine chronische Hüftverletzung zwang ihn kurz vor einem Wechsel zu Ajax Amsterdam mit jungen 28 Jahren zum Karriereende.

Disziplin-Fanatiker am Werk

Nach seiner Spieler-Karriere übernahm Rutten den Job des Jugendkoordinators von Enschede. Als Hans Mayer die Mannschaft 1996 übernahm, wurde Rutten erst Co-Trainer der Erstliga-Mannschaft und trat drei Jahre später schließlich die Nachfolge des deutschen Trainers an. Mit modernem Offensivfußball führte er Enschede an die Spitze der ersten Division. Höhepunkt der Euphorie war 2001 der Gewinn des niederländischen Pokalwettbewerbs.

Der Erfolg und vor allem die sehr gute und akribische Jugendarbeit machten den PSV Eindhoven auf Rutten aufmerksam. 2001 wechselte er als Jugendchef zum niederländischen Top-Klub. Ein Jahr später wurde er Assistenztrainer bei den Profis unter Trainer-Legende Guus Hiddink. Nach dem Abgang von Hiddink kehrte Rutten 2006 zurück nach Enschede, wo er das Team seither als Trainer und Technischer Direktor in Personalunion führt. Mit dem vierten Platz gelang ihm dabei auf Anhieb ein Achtungserfolg.

Rutten gilt als Arbeitstier. Dem Holländer wird nachgesagt, ein Disziplinfanatiker zu sein. Und Disziplin - das ist derzeit auch das Zauberwort auf Schalke. Der Trainer hat zudem viele prominente Fürsprecher. Auf Schalke loben sein einstiger Co-Trainer Youri Mulder und Ex-Manager Rudi Assauer die Arbeit des Holländers. Und auch Huub Stevens wollte ihn als Nachfolger beim Hamburger SV. Ob Rutten den Erfolg seines niederländischen Vorgängers wiederholen kann? Stevens führte den Revierklub vom 9. Oktober 1996 bis zum 1. Juli 2002 und bescherte den Königsblauen den Sieg im Uefa-Pokal. Dass Schalke ein Faible für Holländer hat. Wer will es ihnen verdenken?

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