Freiburg - Bayern 0:0 : Die Bayern stolpern über Freiburg

Ein blutleerer Auftritt beim SC Freiburg hat den FC Bayern im Kampf um den Titel zurückgeworfen. Fünf Tage vor dem Achtelfinal-Hinspiel beim FC Basel kam der Rekordmeister beim Tabellenletzten nicht über ein torloses Unentschieden hinaus.

Nationalspieler Thomas Müller beendete im letzten Spiel gegen Kaiserslautern zwar seine Torlosflaute, doch gegen den SC Freiburg konnte er keinen weiteren Treffer nachlegen.
Nationalspieler Thomas Müller beendete im letzten Spiel gegen Kaiserslautern zwar seine Torlosflaute, doch gegen den SC Freiburg...Foto: dpa

Die Freiburger waren in der ersten Hälfte die spielbestimmende Mannschaft und leisteten den Bayern im zweiten Durchgang ebenfalls erfolgreich Widerstand. Im Vergleich zur 2:3-Niederlage in Wolfsburg hatte SC-Trainer Christian Streich nur einen Wechsel in der Anfangsformation vorgenommen. Für Linksverteidiger Michael Lumb rückte Jan Rosenthal in die Startelf. Bayern-Coach Jupp Heynckes schickte wieder die elf Spieler aufs Feld, die auch beim 2:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern begonnen hatten. Also musste Arjen Robben zu Beginn wieder auf der Ersatzbank Platz nehmen.

Im Gegensatz zu den Lauterern erstarrten die Freiburger aber nicht wie das Kaninchen vor der Schlange vor den großen Namen. Wie von Streich prophezeit, hielt der Tabellenletzte von Anfang an gut dagegen. Zwar zappelte nach
neun Minuten der Ball im Netz der Gastgeber, aber Holger Badstuber hatte bei seinem Kopfball nach Freistoßflanke von Toni Kroos im Abseits gestanden.

Die Freiburger störten die Münchner früh im Spielaufbau und griffen forsch an, ohne die Deckung zu vernachlässigen. Nach einer schönen Kombination über Erik Jendrisek und Jan Rosenthal kam Mittelstürmer Ivan Santini in der zwölften Minute im Sechzehnmeter an den Ball, sein Schuss landete aber am rechten Außennetz. Zwei Minuten später zog Jendrisek auf der linken Seite ab, doch jagte er den Ball über das Tor von Manuel Neuer, der zum 100. Mal nacheinander über die gesamten 90 Minuten spielte.

Wäre unter den 24.100 Besuchern im ausverkauften Stadion ein unbedarfter Zuschauer gewesen, er hätte bestimmt gemutmaßt, dass die bayerisch sprechenden Gäste um den Klassenerhalt kämpfen und die Spieler mit dem badischen Idiom um den Titel. Die Freiburger inszenierten Angriff auf Angriff, sie schnürten phasenweise die Münchner in deren Hälfte ein. Nach einem Klassesolo von Johannes Flum in der 23. Minute gegen vier Bayern klärte Jerome Boateng in letzter Sekunde zur Ecke.

Die größte Chance der ersten Hälfte hatte dennoch der Favorit. Als Franck Ribery sich auf der linken Seite einmal gegen seinen hartnäckigen Bewacher Oliver Sorg durchsetzte und eine Flanke auf das lange Eck zirkelte, kam Thomas Müller elf Meter vor dem Tor volley zum Schuss. Mit einer großartigen Parade klärte SC-Schlussmann Oliver Baumann zur Ecke.

Bayern-Trainer Heynckes reagierte auf den blutleeren Auftritt seiner Mannschaft und brachte zur zweiten Halbzeit Robben für Rafinha. Der Edel-Joker führte sich auch gleich gut ein. Zwei Minuten nach Wiederbeginn prüfte er aus kurzer Distanz Baumann. Vier Minuten später kam Robben im Strafraum zu Fall, als Jonathan Schmid beim Zweikampf die Hände zu Hilfe nahm. Schiedsrichter Peter Gagelmann, der Sekunden zuvor Ribery wegen einer Schwalbe Gelb gezeigt hatte, ließ aber weiterspielen. Die Bayern machten weiter Druck. Vor allem über die Außen, Ribery auf links und Robben auf rechts, kreierten sie immer wieder Chancen.Die Freiburger Defensive hielt dem Ansturm der Gäste aber Stand. (dapd)

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