Sport : Freiburg - Cottbus: "Bekloppt und dumm"

Sachsen können so sein. Eduard Geyer jedenfalls war so. Nach der 1:4-Niederlage des FC Energie Cottbus beim SC Freiburg nahm der Trainer kein Blatt vor dem Mund und schimpfte drauf los. "Das war nicht bloß bekloppt, sondern unverschämt", sächselte Geyer. Kein gutes Haar ließ er an seinen Spielern, so enttäuscht war der Trainer von der Leistung seiner Elf. Die geyersche Abrechnung grenzte schon an Selbstzerfleischung. Vor allem seine flatterhaften Abwehrspieler nahm er sich zur Brust. "Wir sind nicht Real Madrid, sondern Energie Cottbus. Und wir sind nicht so stark, dass wir es uns leisten können, den Gegner im eigenen Strafraum zu verulken."

Sauer war, der Herr Geyer. Eine Woche nach dem 2:0 gegen Eintracht Frankfurt, dem ersten Sieg der Lausitzer in der Bundesliga überhaupt, saß der Frust beim gerupften Aufsteiger tief. Nichts war zu sehen von der Leistungssteigerung der Mannschaft von vor sieben Tagen. Im Gegenteil. Die Mannschaft fiel in alte Schwächen zurück. Es war die dritte Auswärtspleite der Lausitzer bei jetzt zehn Gegentore auf fremdem Platz. "Die erste Halbzeit war ordentlich, die zweite beschissen und beschämend", sagte Mittelfeldspieler Bruno Akrapovic. "Ich würde gerne etwas Schlaues erzählen, aber wir haben katastrophal schlecht gespielt."

In der Tat präsentierten sich die Lausitzer im ausverkauften Dreisamstadion wie ein sicherer Abstiegskandidat. Nur gut, werden sich die Cottbuser Spieler gedacht haben, dass die Freiburger nicht unbedingt einen Glanztag erwischt hatten. Erst nach Iaschwilis Doppelschlag (53./60.) konnten die Gastgeber aufatmen. Baya (88.) und Weißhaupt (89.) besorgten den Rest, ehe Labak (90.) das Ehrentor erzielte.

Das Abwehrverhalten der Lausitzer brachte nicht nur Geyer in Rage. "Selbst ich in meinem Alter wäre vielleicht in manchen Situationen etwas günstiger gestanden - aus Faulheit", spottete der 58 Jahre alte Cottbuser Vereinschef Dieter Krein. Diese Bemerkung fand Geyer so gut, dass auch er noch einmal nachlegte: "Dass man jemand anrufen muss, damit er merkt, dass die Leute an ihm vorbei laufen ... ", sagte Geyer und suchte nach den passenden Worten: "Überheblichkeit ist das, fast schon eine Art Dummheit."

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