Freiburg - Dortmund 1:2 : Dortmunder Kraftakt

Beim 2:1-Sieg in Freiburg macht es sich der BVB zunächst selbst schwer und bringt den SC Freiburg mit einem Eigentor in Führung. Doch der Tabellenführer dreht das Spiel – mit Hilfe eines Freiburger Eigentors.

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Ich war's nicht: Der BVB feiert den Siegtreffer. Nicht durch Mario Götze (vorne), sondern durch den Freiburger Mujdza.
Ich war's nicht: Der BVB feiert den Siegtreffer. Nicht durch Mario Götze (vorne), sondern durch den Freiburger Mujdza.Foto: dpa

Nie war der Kommentar des Stadionsprechers für die Zuschauer wertvoller als in der 26. Minute des Spitzenspiels SC Freiburg gegen Borussia Dortmund. Es war tatsächlich schwer zu sehen, wie Freiburgs 1:0 zustande kam. „Die Vorlage kam von Papiss Demba Cissé“, sagte der Mann am Mikro. „Das Tor schoss ein Dortmunder“, sagte er dann. Der erste Treffer des schnellen und intensiven Spiels war am Ende eine Koproduktion. Zuerst konnte Roman Weidenfeller den Ball nicht festhalten als er von Cissé und Cedric Makiadi bei einer Flanke attackiert wurde. Cissé köpfte den Ball hinter Weidenfeller weiter in Richtung Torlinie. Neven Subotic traf das Bein seines Kollegen Mats Hummels, der den Ball ins Tor lenkte.

Doch nach einer ersten Hälfte, in der den Dortmundern kaum etwas gelang, drehte der Tabellenführer nach der Pause richtig auf und wendete ein Spiel, in dem 45 Minuten lang der SC Freiburg die bessere Mannschaft gewesen war und in dem Eigentore eine besondere Rolle spielten. Mats Hummels Eigentor (Neven Subotic schoss ihn an/26.) folgte der 1:1-Ausgleich (75.) sowie das zweite Eigentor durch den Freiburger Mensur Mujdza (78.). Die Dortmunder, die am Ende noch höher als 2:1 (0:1) hätten gewinnen müssen, demonstrierten vor 24.000 Zuschauern mit einem Kraftakt in Freiburg ihre Klasse. Julian Schuster traf in der 90. Minute noch die Latte.

Schon vor dem Spiel hatte Freiburgs Trainer Robin Dutt versprochen: „Wir werden auch Dortmund attackieren.“ Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hatte gemutmaßt, man werde sehen wo die Angriffe stattfinden würden, im Mittelfeld oder schon früher vor dem BVB-Strafraum. Klopps Vorahnung sollte sich zumindest in der ersten Hälfte als richtig herausstellen

Die Freiburger machten von Beginn an Druck. Lange hielt der BVB diesem stand. Torwart Weidenfeller, vor der Partie 561 Minuten ohne Gegentor, und das statistisch beste Innenverteidiger-Duo Subotic/Hummels, leisteten vor den Augen des Bundestrainers Joachim Löw gute Arbeit. Im Mittelfeld und über die Flügel konnte sich Freiburg eindeutig Vorteile erarbeiten. Die knappe Führung war verdient. Wobei Cissé in der 43. Minute die große Chance vergab, auf 2:0 zu erhöhen. Für Dortmund hatte Lucas Barrios nach acht Minuten die größte Chance vergeben.

In Hälfte zwei erhöhte der BVB das Tempo enorm und kam sofort zu einer Flut von Chancen. 47. Minute: Freiburgs Torwart Oliver Baumann rettete gegen Shinji Kagawa, den Treffer von Barrios eine Minute danach gab Schiedsrichter Marco Fritz nicht, weil Baumann angegangen worden war. Den Schuss von Kagawa kurz darauf wehrte der U21-Nationaltorwart mit einem Reflex ab, bevor Nuri Sahin kein Glück hatte. Jetzt war Dortmund eindeutig die bessere Mannschaft.

Meist sah das so aus: Der SC Freiburg versuchte den Ball aus seinem Strafraum zu bekommen, was nie lange funktionierte. Der BVB belagerte das Freiburger Tor, vor dem neun bis zehn Freiburger verteidigten, auch gegen die nun eingewechselten Blaszczykowski und Lewandowski. Erst in der 72. Minute konnte sich Freiburg einmal befreien, Cissé aber vergab seine nächste große Möglichkeit, die Partie zu entscheiden. Nur drei Minuten später gelang den Dortmundern ihr verdientes Ausgleichstor. Lewandowski köpfte in der 75. Minute zum 1:1 ein. Jetzt stand der BVB kurz vor dem Sieg. Das 2:1 war dann ein Eigentor von Mensur Mujdza, der den Ball in der 78. Minute ins eigene Tor lenkte. Allerdings standen Lewandowski und Barrios dabei in abseitsverdächtiger Position.

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