Freiburg - Hertha 1:1 : Skjelbred rettet einen Punkt

Trotz überlegen geführter Partie reicht es für Freiburg gegen Hertha BSC nur zu einem 1:1. Herthas Neuzugang Per Ciljan Skjelbred erzielt den wichtigen Ausgleich und sein erstes Tor für Hertha BSC.

Matthias Eisele
Angst schießt keine Tore: Getümmel im Freiburger Strafraum.
Angst schießt keine Tore: Getümmel im Freiburger Strafraum.Foto: dpa

Vielleicht ist es wirklich so, dass Hertha BSC zum richtigen Zeitpunkt beim SC Freiburg antreten musste. Hatten die Freiburger in den vergangenen Tagen doch in der Europa League einen weiteren Rückschlag neben dem schwachen Start in der Bundesliga hinnehmen müssen. Wegen haarsträubender Fehler verspielte Freiburg eine 2:0-Führung gegen den dreifachen tschechischen Meister Liberec, das Spiel endete 2:2. Und auch gegen Hertha BSC wollten die Freiburger einfach kein Glück haben. Trotz überlegen geführter Partie reichte es gegen den Aufsteiger nur zu einem 1:1 (1:1).

Für die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay ging es in Freiburg ebenfalls darum, Selbstvertrauen zurückzugewinnen. Zu bitter waren die vergangenen beiden Niederlagen, besonders jene gegen Stuttgart, als Berlin gut gespielt, aber doch verloren hatte. Gegenüber der 0:1-Pleite gegen Stuttgart änderte Luhukay seine Startelf nur auf einer Position. Der nach seinem Muskelfaserriss wiedergenesene Sebastian Langkamp rückte in die Startformation. Neuzugang Tolga Cigerci stand dagegen gar nicht erst im Kader.

In Freiburg entwickelte sich von Anfang an eine muntere Begegnung. Und es zeigte sich, dass es um das Nervenkostüm der Gastgeber nicht ganz so schlimm bestellt war – zumindest vorerst nicht. Freiburg machte Druck und jagte dem Ball gewohnt aggressiv hinterher. Zu oft kamen die Berliner einen Schritt zu spät. Besonders der lauffreudige Admir Mehmedi war für die Berliner Defensivabteilung schwer zu kontrollieren. Und der Schweizer war es auch, der bereits in der sechsten Spielminute das 1:0 für Freiburg erzielte. In der Vorwärtsbewegung hatte Änis Ben-Hatira den Ball verloren. Mehmedi kam an den Ball, umkurvte Hertha-Torwart Thomas Kraft und traf zur Führung. Bei dem Versuch das Unheil noch zu verhindern, rutschte Peter Pekarik mit dem Schienbein gegen den Torpfosten. Der 26-Jährige konnte nach kurzer Behandlung aber weiterspielen.

Nicht mehr weiter ging es dagegen für Berlins US-Nationalspieler John Anthony Brooks, der sich früh bei einer Abwehraktion verletzte. Für ihn kam der frühere Freiburger Levan Kobiaschwili unter viel Applaus des heimischen Publikums ins Spiel. Der Georgier rückte ins defensive Mittelfeld, Lustenberger übernahm Brooks Rolle in der Innenverteidigung.

Hertha war in der ersten halben Stunde nicht nur über die Flügel anfällig, sondern leistete sich immer wieder riskante Steilpässe aus der Innenverteidigung heraus, die zu Freiburger Tempogegenstößen führten. „Freiburg war überlegen, hat uns aber im Spiel gelassen“, sagte Herthas Trainer Jos Luhukay.

Irgendwann versuchte es Hertha aus lauter Verzweiflung mit langen Bällen. Doch es war ein langer Einwurf von Ronny in der 38. Minute, der zum plötzlichen Ausgleich führte. Neuverpflichtung Per Ciljan Skjelbred stahl sich am verdutzten Christian Günter vorbei traf zum 1:1. Da war sie wieder, die Freiburger Verunsicherung. „Das 1:1 darf so nicht fallen, da ist normalerweise alles geordnet“, sagte Freiburgs Torhüter Oliver Baumann.

Das machte sich Berlin in der zweiten Halbzeit zunutze. Die Hauptstädter waren nun wacher und in ihren Aktionen griffiger, die Freiburger Fehlpässe häuften sich. Doch obwohl die Hertha jetzt den Ton angab, kam die Luhukay-Elf kaum zu Torchancen. Die Mannschaften rieben sich im Mittelfeld auf. Ausgerechnet Levan Kobiaschwili hatte dann aber die Führung auf dem Fuß. Aus rund 20 Metern verfehlte sein Flachschuss das Freiburger Tor nur knapp. Freiburg fand mit der Zeit wieder besser ins Spiel – und hätte in der Nachspielzeit alles klar machen können. Doch erst traf Gelson Fernandes nur den Pfosten und dann verfehlte Matthias Ginters Kopfball bei der anschließenden Ecke das Berliner Tor nur um Haaresbreite. „In der zweiten Halbzeit hätte es in beide Richtungen gehen können“, sagte Luhukay. Oliver Baumann fand: „Es ist ärgerlich, dass wir nicht noch das 2:1 machen. Ich denke, wir hätten den Sieg verdient gehabt.“

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