Freiburg - HSV 1:2 : Arnesen feiert ersten Sieg als HSV-Trainer

Sportdirektor Frank Arnesen führt den HSV als Trainer zu einem glücklichen 2:1-Erfolg beim SC Freiburg. Die Hamburger bleiben allerdings auf dem letzten Tabellenplatz.

Oliver Trust

Frank Arnesen hat es nicht geschafft, ruhig zu bleiben und brav auf der Bank zu sitzen. Der Sportdirektor des Hamburger SV, der für ein Spiel als Trainer fungierte, hatte vor dem Spiel beim SC Freiburg zwar feste Vorsätze in dieser Richtung gefasst. Am Ende hielten die Nerven des Dänen eine dauerhafte Untätigkeit aber nicht aus. Zuviel stand für den HSV in Freiburg auf dem Spiel, bevor am heutigen Montag mit Thorsten Fink der vierte Trainer in der laufenden Saison seine Arbeit beginnt. Arnesen wurde mit einem glücklichen 2:1 (1:0)-Sieg belohnt. Es war Arnesens Karriere der siebte Sieg im siebten Spiel als Trainer.
Der Hamburger SV war nach einer Viertelstunde durch Heung Min Son in Führung gegangen, Papiss Demba Cissé glich kurz nach der Pause aus, ehe Ivo Ilicevic nach 74 Minuten der Siegtreffer für die Hamburger gelang. Freiburg vergab unzählige hochkarätige Chancen zum Ausgleich, Cissé verschoss kurz vor Schluss sogar einen Elfmeter, der Sieg für den Hamburger SV war überaus glücklich. Wenn Fink heute um 11 Uhr sein erstes Training leitet, wartet also viel Arbeit auf ihn.
Der Nachmittag hatte für Arnesen und seine Spieler gut begonnen. Nach 14 Minuten konnte der Freiburger Torwart Oliver Baumann einen Kopfball von Heiko Westermann nicht weit genug abwehren. Der Ball landete bei Heung Min Son, der den Ball über den am Boden liegenden SC-Torwart über die Linie drückte. Kurz nach dem Treffer wurde sich Arnesen das erste Mal untreu: Er stürmte auf den Rasen, um Heiko Westermann zu ermuntern, sich weiter ins Hamburger Angriffsspiel einzuschalten. „Ich probiere, ruhig zu bleiben, die Anweisungen aufs Feld schreien wird mein Assistent Rodolfo Cardoso“, hatte der Däne angekündigt und erklärt, er sei lieber Sportdirektor als Trainer. Fink, so hieß es am Rande des Spiels, habe das Spiel vor dem Fernseher angeschaut, um anschließend ein Flugzeug nach Hamburg zu besteigen.
Man darf Arnesens Bewegungsdrang wohl als menschliche Schwäche einordnen – kaum sieben Minuten nach der Führung stürmte der Däne wieder an die Linie, um sich beim Schiedsrichter zu beschweren, der Hamburger Gojko Kacar aber sah zurecht Gelb für eine Schwalbe. Arnesen stand nun immer öfter am Rand der Coaching-Zone, Cardoso blieb brav auf der Bank.
Auf dem Rasen wurde es immer spannender, der HSV geriet stark unter Druck. Freiburg drängte und Cedrik Makiadi hatte in der 31. die größte Chance, mit einem Kopfball den Ausgleich zu erzielen. Jaroslav Drobny konnte – wie einige Male zuvor schon gegen Cisse - abwehren. Zur Freiburger Offensivkraft trug auch der ehemalige Nationalspieler Andreas Hinkel bei, der 2006 das letzte Mal in der Bundesliga gespielt hatte und sein erstes Spiel für den Freiburger Sportclub bestritt.
Die Freiburger belohnten sich für ihre Bemühungen mit dem Ausgleich durch Cisse. Doch Arnesen bewies, dass auch gelernte Sportdirektoren ein gutes Händchen für Einwechslungen haben können: Er schickte Ilicevic auf den Rasen, der acht Minuten später den Siegtreffer für den HSV erzielte.

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