Freiburg - Schalke 1:2 : Entscheidung per Eigentor

Der FC Schalke siegt 2:1 in Freiburg und erreicht dadurch die Champions-League-Qualifikation. Die Freiburger haben dennoch allen Grund zu feiern.

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Freudentaumel zu dritt: Die Schalker Raffael, Jermaine Jones und Klaas-Jan Huntelaar (von links) bejubeln das 2:1.
Freudentaumel zu dritt: Die Schalker Raffael, Jermaine Jones und Klaas-Jan Huntelaar (von links) bejubeln das 2:1.Foto: dpa

Durch die Stadionlautsprecher des Freiburger Stadions donnerte der Fußball-Klassiker „Football is coming home“, Mitarbeiter der Freiburger schossen Fußbälle eines Sponsors ins Publikum – und auf dem Rasen umarmten sich die Spieler in den roten Trikots und die in den weißen. Die Freiburger Arena war aus gutem Grund eine einzige Partymeile, nach dem 2:1 (1:0)-Sieg der Schalker hatten beide Seiten etwas zu feiern. Schalke hat mit dem Erfolg als Vierter die so wichtige Qualifikation zur Champions League erreicht. Die verpasste der SC Freiburg zwar, erreichte aber trotz der Niederlage Rang fünf und damit die Europa League. Ob direkt, steht erst fest, wenn der FC Bayern München das Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart gewinnt. Wenn die Stuttgarter siegen, müssen die Freiburger zwei Play-Off-Spiele absolvieren.

Julian Draxler hatte Schalke mit einer feinen Einzelleistung vom Strafraumrand in Führung geschossen. Jonathan Schmid glich nach einem Freiburger Konter zum 1:1 aus, bevor die Gastgeber beim entscheidenden Tor kräftig mithalfen. Immanuel Höhn schoss dabei kurz vor dem eigenen Tor seinen Mitspieler Julian Schuster an, von dem der Ball ins Tor flog. In die lange Ahnenreihe der Eigentore wird dieser Treffer als einer der ulkigeren eingehen. Es war ein wenig tragisch, dass diese Slapstick-Einlage als letzter Eindruck der ansonsten sensationellen Freiburger Saison bleibt.

Gefeiert wurde in Freiburg trotzdem. Man verteilte T-Shirts mit der Aufschrift „Europa Coup zwanzig dreizehn“, es gab Freibier und eine zünftige Feier hinterm Stadion. Nur einer machte ein sauertöpfisches Gesicht. Freiburgs Trainer Christian Streich ärgerte sich sogar trotz des Freiburger Erfolgs in diesem Jahr. „Ich freue mich auch, irgendwann, nur nicht jetzt. Wir haben ein Spiel verloren, das wir nie hätten verlieren dürfen“, klagte Streich und war wieder umringt von lauter glücklich dreinschauenden Menschen. „Dass Schalke 04 so defensiv gegen uns spielt, macht mich stolz“, sagte Streich und meinte: „Heute hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen. Wir haben die Schalker zum Toreschießen eingeladen.“

Neben ihm saß sein Schalker Kollege Jens Keller und grinste. Seine Stimme schien ein paar Mal zu kippen. „Ich bin kaputt“, gestand der Schalker Trainer und wurde immer leiser. „Aber ich bin glücklich. Wir haben unser Ziel erreicht. Wir haben nicht unser bestes Spiel gemacht, aber heute hat nur das Ergebnis erzählt“, so Keller, der erst vor knapp einer Woche seinen Vertrag bis 2015 verlängerte. „Es waren schwere Wochen, die teilweise unter die Haut gingen. Aber der Schlusspfiff heute war sicher einer der schönsten Momente für mich als Trainer.“

An dem Tag, an dem Schalke vor 55 Jahren das letzte Mal Deutscher Meister wurde, genossen es die Schalker, mit einem leichten Schrecken davon gekommen zu sein. „Jetzt erholen wir uns erst einmal zwei Tage, bevor wir alles aufarbeiten. Die Mannschaft hat heute gezeigt, was gefordert war“, sagte Manager Horst Heldt. Den bevorstehenden Transfer des Dortmunder Verteidigers Felipe Santana wollte Heldt „aus Respekt gegenüber einem Verein, der noch im Wettbewerb steht“ nicht bestätigen. Dass Santana zum Revier-Rivalen wechselt, gilt dennoch als sicher. Die neuen Kollegen des Noch-Dortmunders zeigten im Gegensatz zur Heimniederlage vergangene Woche gegen Stuttgart in Freiburg, dass sie auch kämpfen können. „Wir haben das heute wie ein Finale angenommen“, sagte Jermaine Jones. Und Torschütze Julian Draxler meinte: „Wir waren angespannt, aber nicht verkrampft. Der Trainer hat uns die Woche über Mut zugesprochen. Wir wussten, heute hilft nur Leidenschaft.“ Davon brachten die Schalker in Freiburg genug auf, um am Ende als Sieger dazustehen.

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