Sport : Freiburg vs VfL Wolfsburg: Zwei Blinde treffen für Freiburg Libero

Sebastian Kehl zeigte sich nach dem 2:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg genauso munter und selbstsicher wie während der 90 Minuten. Freudestrahlend machte sich der beste Freiburger am Dienstag auf den Interview-Marathon. Wer mit 20 Jahren in der Fußball-Bundesliga eine so starke Leistung als Libero vor der Abwehr gibt, ist ein gefragter Mann. Zumal, wenn er auch noch einen deutschen Pass besitzt.

Kehl hat nicht nur fußballerisch außergewöhnliche Fähigkeiten. Er besitzt, was in der Bundesliga nicht weit verbreitet ist, auch Selbstironie. "Dass wir beiden Blinde Tore schießen, wer hätte das gedacht?" So kommentierte Kehl seinen Führungstreffer (31.) und das 2:0 von Oumar Konde (59.). Weit beeindruckender als sein Tor war Kehls Souveränität und Übersicht beim Organisieren der Abwehr. Wobei gleichzeitig die Schwäche des Nachwuchsmanns deutlich wurde: Bei hohen Flanken sah er schlecht aus. Dass Andrzej Juskowiak (66.) den einzigen Wolfsburger Treffer per Kopf erzielte, "war ja kein Zufall", wie Freiburgs Trainer Volker Finke monierte.

"Zum Schluss sind wir gegen Wolfsburgs große Leute ins Wackeln gekommen", gestand Kehl. Den Sieg hatten die Freiburger trotzdem verdient, "weil die cleverer waren", wie der Wolfsburger Patrick Weiser befand. Diese Cleverness bestand in der Erkenntnis, dass ein Spiel 90 Minuten dauert. Die Wolfsburger versuchten es wieder einmal mit einem Schonprogramm in den ersten 45 Minuten. Es ist in dieser Saison eine merkwürdige Tradition des VfL geworden, die erste Halbzeit zu verschlafen.

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