Sport : Freie Marktwirtschaft

1,2 Milliarden Mark schüttet der europäische Fußballverband Uefa alljährlich an die Teilnehmer der Champions League aus. Ein Batzen Geld, der zum Beispiel Bayern München in der vergangenen Saison einen Zugewinn von 90 Millionen Mark verschaffte. Warum also die Gelddruckmaschine neu justieren, wo doch die 32 teilnehmenden Vereine an ihren 17 Spieltagen prächtig profitieren? Alles beim Alten also, auch weiterhin darf sich der Viertplazierte der Bundesliga bei Qualifikation Champion nennen, die auch von Großverdienern wie den Bayern geforderte Abspeckung der Liga findet nicht statt. Das hat die Uefa gestern entschieden.

Ob da die Gier der Uefa und der übrigen europäischen Großklubs größer war als der Verstand? Ein Reduzierung der Liga, so die Argumentation der Reformbremser, hätte weniger Spiele bedeutet und weniger Einnahmen. Was schlüssig ist für die Vergangenheit und fraglich für die Zukunft. Die Champions League hat einen auffallenden Zuschauerschwund zu verzeichnen. Zu öde, zu taktisch, zu teuer sind all die Vorrunden- und Zwischenrundenspiele. Selbst ein vermeintlicher Hit wie der Kick der Bayern gegen Manchester United fand in dieser Saison vor nicht ausverkauftem Haus statt. Und selbst daheim oder in den Kneipen vor den Fernsehern wird inzwischen im Überangebot höchst selektiv geschaut. Wie haben wir in der Freien Marktwirtschaft gelernt: Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Bleibt die Nachfrage aus, werden die geldgebenden Fernsehanstalten bald das Angebot bestimmen, und zwar kräftig reduziert. Und dann ist die Uefa auch ohne Reform bei weniger Einnahmen und geringerer Ausschüttung. Dafür gibt es dann Spiele ohne Zuschauer.

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