Sport : Freie Tage

Karsten Doneck

rechnet nicht mit der Wiedereinführung der Freitagsspiele Wenn ein Bayer als Vordenker auftritt, werden fortschrittlich denkende Menschen, die nördlich des Freistaates leben, manchmal schon etwas stutzig. Karl-Heinz Rummenigge hat nun einen dieser kühnen Vorstöße gewagt, die aus dem Gestern stammen. Der gute alte Freitag-Spieltag in der Fußball-Bundesliga soll wiederbelebt werden, hat der Vorstandschef des FC Bayern München angeregt.

Keine schlechte Idee, sagen da viele. Welcher Fan läutete früher nicht gerne das Wochenende mit einem abendlichen Stadionbesuch ein und erlebte Zweikämpfe, die unter Flutlichtstrahlern feuriger wirkten als am Samstagnachmittag unter Sonnenschein? Bundesliga am Freitag – das war ein echtes Vergnügen. Und Mutti freute sich ungetrübt auf ein Wochenende, an dem der fußballverrückte Ehemann seine Freizeit ganz der Familie widmete. 2001 wurden die Freitagsspiele abgeschafft. Der bei Fans unbeliebte Sonntagsspieltag kam. Und blieb bis heute.

Hinter Rummenigges Idee stecken zwei Überlegungen: Die Bundesliga wäre öffentlich noch mehr präsent, zudem ließe sich durch zusätzliche TV-Übertragungen mehr Geld herausschlagen. Doch die Praxis steht dem Plan entgegen. Acht Bundesligisten sind in diesem Jahr im Europapokal dabei, allein fünf davon im Uefa-Cup, der donnerstags stattfindet. Die dort beschäftigten deutschen Klubs können wohl kaum am Freitag schon wieder daheim in der Bundesliga auflaufen. Und am Freitag immer nur Arminia Bielefeld gegen MSV Duisburg zu zeigen, brächte dem Fernsehen auf Dauer auch keine Einschaltquoten – und dem einst am Freitag verwöhnten Fan wenig Freude.

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