Sport : Freiheit für Winokurow

Der T-Mobile-Fahrer geht zu Liberty Seguros

Mathias Klappenbach

Berlin - Alexander Winokurow will endlich Chef sein. Die anderen sollen für ihn arbeiten, und nicht er für Jan Ullrich. Mit der Rolle hinter und nur manchmal neben dem deutschen Radstar war der Kasache nicht mehr zufrieden. „Ich will in den kommenden zwei Jahren die Tour de France gewinnen“, sagt Winokurow. Deshalb hat der 31-Jährige dem T-Mobile-Team schon vor einer Woche während der Tour mitgeteilt, dass er seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird. Jetzt steht fest, wer 2006 sein neuer Arbeitgeber sein wird: das spanische Team Liberty Seguros. „Hier habe ich bei der Tour alle Freiheiten. Im Monat Juli bin ich dort der Kapitän“, sagte Winokurow der französischen Sportzeitung „L’Équipe“. „Jan bleibt mein Freund. Aber mir ist klar geworden, dass die Sache mit der Doppelspitze so nicht aufgeht. Ich werde alleiniger Kapitän sein.“

Das T-Mobile-Team hatte vor der Tour de France die Taktik ausgegeben, Lance Armstrong durch wechselnde Angriffe von Winokurow, Ullrich und auch Andreas Klöden schlagen zu wollen. Der Kasache attackierte auch immer wieder, doch wegen eines Einbruchs auf der 10. Etappe, als er mehr als fünf Minuten auf Lance Armstrong verlor, belegt er am Ende den für ihn enttäuschenden fünften Platz. Dennoch gewann er zwei Etappen, unter anderem die letzte auf den Champs-Élysées. „Er ist für uns nicht ersetzbar“, sagte T-Mobile-Teammanager Olaf Ludwig. Seit fünf Jahren fährt Winokurow für den deutschen Rennstall, und seine Fähigkeiten zeigte er nicht nur bei der Tour, bei der er vor zwei Jahren Dritter wurde. Paris-Nizza, das Amstel Gold Race oder in diesem Frühjahr Lüttich-Bastogne-Lüttich: Winokurow kann auch Eintagesklassiker gewinnen.

Vor der Tour hatte er gesagt, dass für ihn nur eine Vertragsverlängerung bei T-Mobile oder ein Wechsel zur ehemaligen Mannschaft von Lance Armstrong, dem Team Discovery Channel, in Frage komme. Dort sah er die besten Chancen, seinen Traum vom Tour-Sieg wahr zu machen. Doch jetzt lagen Winokurow Angebote von drei anderen Mannschaften vor. Bei den französischen Teams Ag2r und Crédit Agricole sah Winokurow aber nicht so gute Möglichkeiten wie bei Liberty Seguros. Neben dem Deutschen Jörg Jaksche, der bei dieser Tour 16. wurde, fahren auch die starken Spanier Roberto Heras, Joseba Beloki und Igor Gonzalez de Galdeano für Liberty Seguros. „Mit seiner Fähigkeit, ein Team zu führen, passt er sehr gut zu uns“, sagte Teamchef Manolo Saiz. „Vor allem bei der Tour.“

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