Freistilschwimmen : WM ohne Wallburger

Langsam beginnt das WM-Kribbeln. Die ersten deutschen Teilnehmer der Schwimm-WM sind in Barcelona eingetroffen. Die Wasserspringer testen bis Freitag die attraktive Anlage am Montjuic, dem Hausberg der Stadt. Freistilschwimmer Wallburger ist nicht mehr im WM-Aufgebot.

Die deutschen Wasserspringer genießen schon die Aussicht von Barcelonas Hausberg Montjuic, Freistilschwimmer Tim Wallburger darf die WM dagegen nur als Zuschauer verfolgen. Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) strich den Berliner aus dem WM-Kader. „Trainingsmethodische Defizite in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung ließen einen Start nicht erfolgsversprechend erscheinen“, sagte DSV-Leistungssportdirektor Lutz Buschkow am Montag, fünf Tage vor der ersten WM-Entscheidung.

Wallburger hatte sich bei der WM-Qualifikation Ende April für einen Start in der 4 x 200 Meter Freistilstaffel empfohlen, die in Barcelona ohne den pausierenden Weltrekordler Paul Biedermann auskommen muss. Seit der Qualifikation bremsten Wallburger eine Schulterverletzung und eine Grippe.

„Tim Wallburger ist leider seit der DM überhaupt nicht richtig in die Gänge gekommen. Aufgrund dieser Ausfälle hat er dann Motivationsprobleme bekommen und sich nicht mehr in der Lage gesehen, das Training auf dem hohen Niveau durchzuführen, wie es für eine WM nötig gewesen wäre“, erklärte Chefbundestrainer Henning Lambertz. Wallburgers Staffelplatz soll nun Markus Deibler einnehmen.

Die nun noch 27 deutschen Beckenschwimmer werden am 24. Juli nach Barcelona reisen, vier Tage später stehen die ersten Entscheidungen im Palau Sant Jordi an. Im architektonischen Schmuckstück der Olympischen Spiele 1992 gab es bei der WM 2003 gleich fünf deutsche Goldmedaillen der Beckenschwimmer. Ein Jahrzehnt später und zwölf Monate nach der Olympia-Pleite ist eine solche Ausbeute illusorisch. „Wo sollen all die Medaillen denn auch herkommen?“, wiederholt Lambertz seit seinem Amtsantritt Anfang des Jahres fast schon gebetsmühlenartig.

Die Beckenschwimmer haben erst am 28. Juli ihre ersten WM-Wettbewerbe und holen sich entweder daheim oder auf Mallorca den Form-Feinschliff. Die Langstreckenschwimmer um Deutschlands größte Gold-Hoffnung Thomas Lurz und die Wasserspringer sind schon am Samstag bei den ersten Entscheidungen gefordert. „Die Anlage hier bietet einen herrlichen Blick auf die Altstadt von Barcelona. Das ist schon sehr imposant, gerade für die jungen Springer“, berichtete Wassersprung-Bundestrainer Buschkow, der sich künftig auf seine Direktorenarbeit beim DSV konzentrieren will.

Bei einem Trainingslager auf Mallorca gewöhnte sich seine Truppe an die besonderen Bedingungen eines Freiluft-Wettkampfes. In Barcelona kommt die Besonderheit dazu, dass bei den Vorkämpfen am Morgen die Sonne von vorne ins Becken scheint. „Das mögen die Springer nicht so gerne, da die Orientierung schwerer fällt“, berichtete Buschkow. Bis zum Wochenende steht tägliches Training im Wettkampfbecken auf dem Programm, etwas Ablenkung soll der Besuch touristischer Highlights, wie der Kathedrale Sagrada Familia und der Promenade La Rambla, bringen. (dpa)

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