Freistoßspray in der Bundesliga : Deutschland ist kein Land für Freisprüher

Der Deutsche bleibt so deutsch wie eh und je, das zeigt die jüngste Diskussion um das Freistoßspray - vom TÜV soll es gar nicht erst zugelassen werden. Ein Kommentar.

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Von Skepsis begleitet. Deutsche Schiedsrichter halten offenbar nicht sehr viel vom Freistoßspray.
Von Skepsis begleitet. Deutsche Schiedsrichter halten offenbar nicht sehr viel vom Freistoßspray.Foto: dpa

Auf dem Fußballplatz sind die typisch deutschen Tugenden in letzter Zeit ein wenig verschüttgegangen. Es wird nicht mehr gegrätscht bis sich die Schienbeinschoner biegen und auch nicht mehr gerannt bis keiner mehr hinterherkommt. Okay, nach Ecken hat die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in Brasilien wieder gern getroffen, aber der Bundestrainer hat sich dafür fast ein wenig geschämt.

Außerhalb der grünen Wiese ist der Deutsche aber so deutsch wie eh und je. Das mag den einen oder anderen beruhigen, der schon die Mentalitätsfrage stellen wollte und die deutsche Gründlichkeit in Gefahr sah. Sie ist es nicht.

Ist die deutsche Gründlichkeit in Gefahr? Keine Sorge, sie ist es nicht

Das Freistoßspray sei in seiner derzeitigen Form in Deutschland „nicht verkehrsfähig“, erklärte ein Sprecher des Tüv am Freitag und geißelte auch gleich noch die Aufschriften auf der Dose als „mangelhaft, unvollständig und nicht in deutscher Sprache“. Das mit der Sprache kann bei Produkten aus Argentinien schon mal vorkommen, ansonsten wurde mit dem vorab publik gemachten Testergebnis aber nur die ohnehin vorhandene Grundskepsis unter den deutschen Schiedsrichtern bestätigt. Die hatten sich schon erfolgreich gegen eine übereilte Einführung des Sprays zum Start der Bundesliga gewehrt. Man brauche eine längere Vorbereitungszeit, um sich mit den Eigenheiten des neuen Hilfsmittels gründlich vertraut zu machen.

Die Kollegen in England, Frankreich, Italien und Spanien waren da schneller und müssen nun womöglich mit Hormonschüben oder Schlimmerem rechnen, wurden in dem Spray doch auch Parabene gefunden. Mit denen ist genauso wenig zu spaßen wie mit dem Tüv und deshalb prüft der Deutsche Fußball-Bund Alternativen zum argentinischen Freistoßspray. Das dürfte seine Zeit dauern, aber so ist das nun mal mit der deutschen Gründlichkeit.

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