Sport : Fremde im eigenen Team

Die Probleme des SCC vor dem Volleyballspiel gegen Piräus

Karsten Doneck

Berlin. Mirko Culic ist Kummer gewohnt. Immer wieder muss der Trainer gleich mehrere Spieler während der Saison für die Nationalmannschaft abstellen und dann in seinen Übungsstunden improvisieren. Das zeugt zwar davon, dass Culic seine Spieler gut ausbildet, andererseits wird es zum Ärgernis, wenn er seinerseits die Mannschaft auf wichtige Spiele vorbereiten will. So wie jetzt. Gerade mal zwei Tage hatte Trainer Culic seinen kompletten Kader vor der Champions-League-Partie heute gegen Olympiakos Piräus (19 Uhr, Sömmeringhalle) beisammen. Marco Liefke und Eugen Bakumovski waren für die Olympia-Qualifikation der Nationalmannschaft abgestellt, sie kehrten erst am Sonntag von dem Turnier aus Leipzig nach Berlin zurück, und beide dann auch noch geschwächt durch eine leichte Grippe.

Das Spiel gegen die Griechen ist für den Deutschen Meister richtungsweisend. Nur bei einem Sieg wahrt die Mannschaft ihre Chance aufs Weiterkommen, wenngleich Sisley Treviso aus Italien hoher Favorit auf den Gruppensieg bleibt. „Ein Schlüsselspiel“, sagt SCC-Geschäftsführer Günter Trotz. Dass nach dem Punktspiel am 20. Dezember gegen Mendig (3:0) über drei Wochen lang Liefke und Bakumovski beim SCC-Training fehlten, wird sich gegen Piräus wohl kaum Harmonie fördernd auf das Mannschaftsspiel auswirken. „Es klingt ja paradox, aber wir müssen uns mit dem eigenen Team jetzt erst wieder einspielen“, sagt Liefke.

Die Abstellung seiner Spieler für die Nationalmannschaft nimmt der SCC schon seit längerem mit gemischten Gefühlen hin. Einerseits verspricht sich der Verein von Erfolgen der Nationalmannschaft eine Popularitätssteigerung der Sportart insgesamt, andererseits erhält er vom finanziell klammen Verband keine finanzielle Entschädigung, sondern muss auch während der Abwesenheit seiner Spieler deren Löhne weiterzahlen.

Fast hätte der SC Charlottenburg ja neben Liefke und Bakumovski noch einen dritten Nationalspieler für die Olympia-Qualifikation abgestellt. Doch Sebastian Prüsener wurde von Bundestrainer Stelian Moculescu kurz vor Turnierbeginn aus dem Kader gestrichen. Das schützte Prüsener indes nicht vor einem Malheur. In einem Testspiel des SCC zog sich der 21-Jährige eine Kapsel- und Bänderdehnung im rechten Sprunggelenk zu und fällt wochenlang aus. „Dadurch werden wir in der Annahme nicht gerade stärker“, sagt Liefke.

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