Sport : Fremder Sieg

Durch ein Eigentor gewinnt Hertha im Uefa-Cup 1:0 gegen Halmstads BK

Stefan Hermanns[Göteborg]

Vor dem Anpfiff gruppierten sich die Spieler von Halmstads BK zum Mannschaftsfoto, so wie es bei internationalen Begegnungen üblich ist. Das Bild besitzt einen gewissen Seltenheitswert – weil Halmstads Kapitän auf ihm fehlt. Während seine Kollegen für die Fotografen posierten, kümmerte sich Tommy Jönsson bereits mit seinem Berliner Pendant Arne Friedrich um die Seitenwahl. Die Spieler von Hertha BSC verzichteten gleich ganz auf den gemeinsamen Fototermin. Offensichtlich wurde das erste Spiel in der Gruppenphase des Uefa- Cups von ihnen als nur bedingt erinnerungswürdig angesehen. Sie sollten Recht behalten. Die Berliner gewannen 1:0 (0:0). „Dass es kein schönes Spiel war, ist zweitrangig“, sagte Friedrich.

Mit internationalem Flair hatte die Veranstaltung gestern wenig zu tun. 2136 Zuschauer verloren sich im Göteborger Ullevi-Stadion, in dem Halmstad nach den Vorgaben des europäischen Fußballverbandes Uefa das Spiel austragen musste. „Deswegen haben wir verloren“, sagte Halmstads Trainer Jan Andersson – und lachte. Ein Nachteil war es für die Berliner aber wohl nicht, dass sie gegen die Schweden nicht in deren kleinem, engen Stadion antreten mussten. Passend zur allgemeinen Tristesse setzte eine Stunde vor dem Spiel ein fieser schwedischer Herbstregen ein. Auf dem glitschigen Untergrund war ansehnlicher Fußball allenfalls in Ansätzen möglich. Hertha bemühte sich, den Gegner unter Druck zu setzen und zu Fehlern zu zwingen. Allerdings fehlte den Offensivaktionen gegen die sehr defensiven Schweden die letzte Präzision. Manager Dieter Hoeneß bemängelte das umständliche Spiel im Strafraum, „immer noch ein Haken und noch einer“. Erst eine Minute vor der Pause erspielte sich Hertha die erste Chance. Oliver Schröder scheiterte an Torhüter Conny Johansson.

Schröder war einer von vier Spielern, die Trainer Falko Götz nach der 0:3-Niederlage in Bielefeld neu in die Mannschaft brachte. Entscheidender machte sich jedoch die veränderte Einstellung des Teams bemerkbar. „Die Mannschaft ist als Team aufgetreten“, sagte Hoeneß. In der zweiten Halbzeit wurde Hertha dominanter und spielte entschiedener nach vorne – auch weil bei den Schweden die Kräfte schwanden. Nach knapp einer Stunde wäre beinahe die Führung gefallen, doch Dusan Djuric konnte den Ball, den er zuvor selbst abgefälscht hatte, gerade noch vor der Torlinie wegschlagen.

Acht Minuten später schoss Andreas Neuendorf nach einem Doppelpass mit Bastürk aus spitzem Winkel auf das Tor der Schweden. Djuric veränderte die Flugbahn des Balles so, dass Torhüter Johansson keine Abwehrchance hatte. „Das war ein Eigentor“, gab Neuendorf später zu. Nach der Führung versäumten es die Berliner, bei ihren guten Chancen die Begegnung frühzeitig zu entscheiden. Trotzdem sagte Falko Götz nach dem Schlusspfiff: „Wir haben das, was wir wollten: drei Punkte.“ An den Rest muss man sich nicht unbedingt erinnern.

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