French Open : Djokovic folgt Nadal ins Finale

Nun hat er auch das geschafft: Nach einem Sieg gegen Roger Federer steht Novak Djokovic erstmals im Finale der French Open. Es ist sein viertes Grand-Slam-Endspiel hintereinander.

Petra Philippsen
Gestreckt ins Finale: Novak Djokovic kann nach seinem Sieg über Roger Federer seinen persönlichen Grand Slam perfekt machen. Foto: dapd
Gestreckt ins Finale: Novak Djokovic kann nach seinem Sieg über Roger Federer seinen persönlichen Grand Slam perfekt machen.Foto: dapd

Roger Federers Blick war leer. Er starrte vor sich auf den roten Sand, nahm einem Schluck aus seiner Trinkflasche und machte sich bereit für sein nächstes Aufschlagspiel. Federer wusste, dass es sein letztes sein würde in diesem Halbfinale der French Open. Und er wusste, dass es nichts mehr gab, womit er die Niederlage gegen Novak Djokovic noch verhindern könnte. Federer stand von der Bank auf, sie spielten den ersten Punkt. Er hätte den Lob des Serben am Netz noch locker wegfischen können, doch er ließ ihn passieren. Der Ball tropfte hinter Federer genau ins Feld. Es war der letzte Beweis, dass es einfach nicht sein Tag gewesen ist. Nicht der Tag, an dem Federer ein ähnlich furioses Husarenstück gelingen würde, wie vor einem Jahr an gleicher Stelle. 

Damals hatte er Djokovic demontiert, dieses Mal bezwang er den Schweizer mit 6:4, 7:5 und 6:3. "Es waren schwere Wochen für mich", sagte Federer enttäuscht, "und die Bedingungen haben auch nicht geholfen. Es ist etwas blöd gelaufen." Der böige Wind hatte beständig in den Court Philipp Chatrier gefegt, obwohl Federer zunächst den besseren Start erwischte. Mit dem Break zum 3:2 ging er in Führung, doch dann hatte sich Djokovic die Bedingungen gewöhnt. Mit der abgeklärten Ruhe eines Weltranglistenersten machte er von da an sich seine Defensivstärke zunutze und erhöhte den Druck. Federer war gezwungen, mehr zu riskieren und so häuften sich die Fehler. 46 waren es am Ende der Partie, ein ungewöhnlich hoher Wert für Federer. Noch bemerkenswerter war jedoch, dass Federer die Führung im ersten und mehr noch die mit dem Doppelbreak im zweiten Satz nicht halten konnte. Der Wind bereitete ihm mehr und mehr Probleme beim Aufschlag, Djokovic blieb dagegen fast fehlerlos. Sieben Breaks brachte der zweite Satz, aber Federer knickte schließlich ein. "Das tat weh, dass ich nicht zumindest einen der beiden Sätze gewonnen habe", bedauerte Federer, "danach konnte Novak ohne Angst aufspielen." 

Federer hatte sich zuletzt mit Hüftproblemen geplagt, in Paris fand er nur schwer seinen Rhythmus. Djokovic dagegen hat am Sonntag die große Chance, mit einem Sieg über Rafael Nadal den vierten Grand Slam in Folge zu gewinnen. Nadal dagegen könnte als erster Spieler der Geschichte zum siebten Mal in Roland Garros triumphieren. Der Spanier hatte mit seinem Landsmann David Ferrer im Halbfinale keinerlei Probleme gehabt und schraubte seine Bilanz bei den French Open mit dem 6:2, 6:2, 6:1 auf 51:1 Siege hoch. Nur 35 Spiele und ein Break überließ er bisher seinen Gegnern, Nadal dominiert wie eh und je. "Das war heute mein bestes Match im Turnier", freute sich Nadal, "aber es wird am Sonntag ein harter Kampf werden."

0 Kommentare

Neuester Kommentar