Sport : French Open: Ivanovic siegt

Petra Philippsen

Paris - Und dann war Ana Ivanovic doch auf Hilfe angewiesen. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Jacques Rogge, griff beherzt zu, um die junge Serbin auf die Ehrentribüne des Courts Philippe Chatrier hinauf zu hieven. Es war der kürzeste Weg für Ivanovic zur Box ihrer Familie und Betreuer, bei denen sie sich unbedingt als Erstes bedanken wollte. Sie hatten sie unterstützt, nicht nur während der vergangenen anderthalb Stunden, sondern seit Beginn ihrer jungen Karriere, die nun in Roland Garros mit ihrem ersten Grand-Slam-Titel gekrönt wurde.

„Ich bin sprachlos, das ist so ein besonderer Moment für mich“, hauchte die 20-Jährige nach ihrem 6:4, 6:3-Sieg über die Russin Dinara Safina und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Als erste Serbin war ihr der Erfolg bei einem der vier größten Tennisturniere gelungen, als Zugabe wird Ivanovic am Montag erstmals die neue Nummer eins der Welt sein. Den silbernen Coupe Suzanne Lenglen erhielt sie aus den Händen von Titelverteidigerin Justine Henin, die ihre Karriere im Mai überraschend beendet hatte. „Sie hat zu mir gesagt, dass ich es wirklich verdient hätte. Das bedeutet mir viel“, sagte Ivanovic.

Die Belgierin hatte das Finale eher verhalten von der Ehrentribüne aus verfolgt und schien sich bei der Rückkehr an den Ort, an dem sie in den letzten drei Jahren triumphiert hatte, nicht ganz wohl zu fühlen. Henin sah, wie Ivanovic, die sie im letztjährigen Endspiel noch glatt geschlagen hatte, Safina mit kraftvollen Grundschlägen unter Druck setzte. „Ich wusste, dass ich heute alles geben musste. Das habe ich getan. Ich hoffe, dass ich noch viele dieser schönen Trophäen gewinnen kann“, sagte Ivanovic. Petra Philippsen

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