Sport : French Open: Kuerten zittert sich ins Viertelfinale

Die Angst des Außenseiters beim Matchball hat die erste Sensation bei den French Open verhindert. Titelverteidiger Gustavo Kuerten musste beim Stand von 3:5 im dritten Satz einen Matchball des aufschlagenden Qualifikanten Michael Russell abwehren und zitterte sich noch mit 3:6, 4:6, 7:6 (7:3), 6:3, 6:1 ins Viertelfinale. Auch die Weltranglistenerste Martina Hingis musste bangen. Beim 6:1, 2:6, 6:2 gegen Sandrine Testud gab die Schweizerin den ersten Satz im Turnierverlauf ab, bezwang die Französin im 15. Aufeinandertreffen am Ende aber trotzdem zum 15. Mal.

Kuerten zeichnete nach dreieinhalb Stunden zwischen Bangen und Hoffen mit seinem Schläger ein Herz in den roten Sand und dankte den 10 000 Fans auf dem Court Central auf den Knien. "Ich war eigentlich schon draußen. Das Publikum hat mir geholfen, zurück zu kommen, als ich selbst nicht mehr daran geglaubt habe. Das war eines der stärksten Gefühle, die ich jemals auf einem Tennisplatz gespürt habe", sagte der Brasilianer. Der 23 Jahre alte US-Amerikaner Russell belegt im Champions Race nur Platz 136 und hatte vorher noch nie die erste Runde eines Grand-Slam-Turniers überstanden. "Ich dachte: Das ist ja Matchball! Mein Arm wurde ein bisschen schwer. Ich habe auf einen Fehler gewartet, den er nicht gemacht hat", sagte später Russel.

Kuerten trifft im Viertelfinale auf Olympiasieger Jewgeni Kafelnikow aus Russland. Eigentlich ein gutes Omen: Auf dem Weg zu seinen Titelgewinnen 1997 und 2000 hatte er den 1996 in Paris siegreichen Russen jeweils in der Runde der letzten Acht bezwungen. Der Gewinner dieser Partie muss im Halbfinale mit Juan Carlos Ferrero rechnen. Der Mitfavorit aus Spanien schoss Thomas Enqvist mit 6:2, 6:4, 6:2 vom Platz und trifft zuvor auf der Australier Lleyton Hewitt.

Der an Nummer zwei gesetzte US-Open-Sieger Marat Safin kassierte in Runde drei dagegen die sechste Niederlage im siebten Spiel gegen den Franzosen Fabrice Santoro sowie 10000 Dollar Strafe, weil er die Pressekonferenz sausen ließ. Als letzter der 18 gestarteten Deutschen verabschiedete sich der Essener Lars Burgsmüller mit 5:7, 2:6, 3:6 gegen den Spanier Galo Blanco. "Ich bin natürlich enttäuscht, aber mein Fazit fällt positiv aus. Ich glaube, dass ich bei den nächsten Grand Slams ein paar Runden gewinnen kann", sagte Burgsmüller.

Bei den Frauen kommt es im Viertelfinale zum ersten Duell zweier Favoritinnen: Australian-Open-Siegerin Jennifer Capriati trifft auf Serena Williams. Auf die Siegerin wartet im Normalfall Martina Hingis. In das Finale könnte erstmals in der Geschichte der French Open eine Belgierin einziehen. Kim Clijsters und Justine Henin müssen vor einem Halbfinale gegeneinander die Außenseiterinnen Petra Mandula (Ungarn) und Lina Krasnorutskaja (Russland) ausschalten.

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