Sport : French Open: Leichtes Spiel für den Sandexperten

Mit einer Meisterleistung hat Sandplatzexperte Gustavo Kuerten den Angriff von Juan Carlos Ferrero abgeschmettert. Jetzt greift er nach seinem dritten Titel bei den French Open der Tennisprofis. Der Titelverteidiger aus Brasilien gewann im Halbfinale am Freitag glatt 6:4, 6:4, 6:3 gegen den Spanier und tat sich wesentlich leichter als im letztjährigen Halbfinale, in dem er über fünf Sätze gehen musste. Das 2:10 Stunden lange Duell der beiden besten Sandplatz-Spieler der Saison hatte als vorweg genommenes Endspiel gegolten.

Dort wartet auf Kuerten am Sonntag im ehemaligen ATP-Weltmeister Alex Corretja ein weiterer Spanier. Der 27-Jährige bezwang den französischen Lokalmatador Sebastien Grosjean 7:6 (7:2), 6:4, 6:4 und steht zum zweiten Mal nach 1998 im Endspiel. Damals hatte Corretja gegen seinen Landsmann Moya verloren. Auch diesmal ist er Außenseiter: Kuerten gewann die letzten vier der insgesamt sechs Vergleiche.

Grosjean konnte nicht an seinen Triumph über Andre Agassi anknüpfen, verpasste wie schon bei den Australian Open sein erstes Grand-Slam-Finale sowie die Chance, als erster Franzose seit Henri Leconte 1988 in das Endspiel von Roland Garros einzuziehen. Das 2:39 Stunden lange Match besaß nicht die Klasse des ersten Semifinales.

"Ich bin bereit, um Spaß in einem großen Finale zu haben. Das Wichtigste war meine Einstellung: Ich war sehr entspannt", sagte Kuerten nach seiner Demonstration. "Die Erfahrung aus dem vergangenen Jahr hat mir geholfen. Ich habe mich gut gefühlt, das Tempo war perfekt, wenn ich ein Break brauchte, habe ich mir es geholt. Ich habe immer den richtigen Ball versucht, mal hat es geklappt, mal nicht. Mit jedem Spiel im Turnier läuft es besser für mich."

Der 24-Jährige aus Florianopolis zeigte gegen Ferrero seine bisher beste Leistung bei den French Open. Er hatte das Achtelfinale gegen Qualifikant Michael Russell sogar erst nach Abwehr eines Matchballes überstanden. Doch gegen Ferrero erhöhte der Weltranglisten-Erste Tempo und Risiko, wann immer es nötig war. "Es war ein merkwürdiges Spiel. Ich bin fast wahnsinnig geworden, weil ich meine Breakmöglichkeiten nicht genutzt habe. Das hat mich entmutigt", sagte der 21-jährige Ferrero, nach vier Turniersiegen in diesem Jahr die Nummer zwei im Champions Race. "Ich war auch müde, weil ich vorher so viel gespielt habe. Irgendwann war es jedoch nicht eine Frage der Körpers, sondern des Kopfes."

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