French Open : Lisicki scheitert in Runde eins

Noch nicht ganz bei Kräften verliert die Berlinerin ihr Auftaktmatch gegen die Lucie Safarova 2:6, 6:1, 1:6. Auch Mischa Zverev scheitert, Kiefer hingegen schafft den Sprung in die zweite Runde des Grand-Slam-Turniers in Paris.

French Open - Sabine Lisicki
Umsonst gekämpft. Sabine Lisicki fühlte sich nicht ganz fit und verlor.Foto: dpa

Sabine Lisicki konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten. „Ich war im Krankenhaus und bin erst am Dienstag
entlassen worden“, sagte die 19-Jährige am Montag nach ihrem French-Open-Aus in der ersten Runde. Dann brach die Stimme ab und die Tränen kullerten über ihre Wange. „Ich hab's versucht, es hat nicht geklappt“, sagte sie schluchzend.

Die große deutsche Hoffnungsträgerin erzählte ausführlich ihre Leidens-Geschichte der vergangenen Woche, die nun beim zweiten Grand-Slam-Tennisturnier des Jahres mit dem 2:6, 6:1, 1:6 gegen die Tschechin Lucie Safarova geendet hatte. Vor anderthalb Wochen war sie mit starken Bauchschmerzen ins Krankenhaus gekommen, die Ärzte diagnostizierten eine Blinddarmentzündung und wollten sofort operieren. Weil kein Platz im OP-Saal war, musste Sabine Lisicki eine Nacht warten. „Und dann hieß
es auf einmal: Es ist wohl doch nicht der Blinddarm“, erzählte sie.

Fünf Tage durfte sie nichts essen. „Ich hatte nicht die Zeit, um meine Energie wiederzubekommen“, sagte die Fed-Cup-Akteurin und als Weltranglisten-39. aktuell beste deutsche Tennisspielerin. Für einen guten zweiten Satz gegen die sieben Plätze tiefer
notierte Tschechin reichte es zwar gerade noch, aber dann „war keine Kraft mehr da“, wie es Bundestrainerin Barbara Rittner als traurige Beobachterin auf dem Nebenplatz sechs analysierte.

Ganz anders das Bild wenige Minuten zuvor im unterkühlten Presseraum Nummer drei: Da saß „Oldie“ Nicolas Kiefer nach seinem
mühevollen 7:6 (7:4), 3:6, 7:5, 6:4 gegen den serbischen Qualifikanten Ilia Bozoljac auf dem kleinen Podium und spulte das
Frage- und Antwortprogramm mit der Routine eines bald 32-Jährigen ab. „Unterm Strich zählt der Sieg“, sagte der Hannoveraner nach seinem ersten Roland-Garros-Auftritt seit drei Jahren. „Ich habe mehr daran geglaubt als er, bin zufrieden und genieße erst mal den Sieg.“ 

Als vierter deutscher Profi nach Anna-Lena Grönefeld, Kristina Barrois und Philipp Petzschner erreichte er beim Sandplatz-Spektakel
an der Porte d'Auteuil die zweite Runde. Dort allerdings wartet ein anderes Kaliber als der Ranglisten-132.: Kiefer bekommt es mit dem an Nummer 14 gesetzten Spanier David Ferrer zu tun. „Das wird schwer, da muss ich mit einer Portion Risiko spielen“, kündigte er an.

Der zweite deutsche Patient an diesem Tag hieß Mischa Zverev. Der 21 Jahre alte Linkshänder aus Hamburg gab gegen den Italiener Potito Starace beim Stand von 7:6 (7:5), 5:7, 0:1 wegen Magenproblemen auf. „Spielerisch war es okay, körperlich eine Katastrophe“, sagte er. 

Im Gegensatz zu den tristen Darbietungen der beiden deutschen Nachwuchshoffnungen erledigten die internationalen Größen ihre Auftaktaufgaben souverän. Rafael Nadal startete erfolgreich in die Mission Titelverteidigung: Mit einem 7:5, 6:4, 6:3 gegen den Brasilianer Marcos Daniel feierte der viermalige Roland-Garros-Champion aus Spanien seinen 29. Erfolg in Serie auf der roten Asche am Bois de Boulogne und bleibt bei den French Open unbesiegt. Der Linkshänder aus Mallorca, dessen holunderfarbenes Shirt in Kombination mit gelbem Stirn- und Schweißband sowie grauen Shorts mehr Diskussionen auf der Tribüne des Court Philippe-Chatrier auslöste als das Treiben auf dem Sand, spielt nun gegen Igor Kunizyn oder dessen russischen Landsmann Teimuras Gabaschwili.

So zügig wie möglich machte die Weltranglisten-Erste Dinara Safina mit einem 6:0, 6:0 gegen Anne Keothavong aus Großbritannien den Zweitrunden-Einzug perfekt. Wimbledon-Siegerin Venus Williams hatte da schon etwas mehr Mühe und setzte sich schließlich 6:1, 4:6, 6:2 gegen Bethanie Mattek-Sands (beide USA) durch.

Besonders bitter für Sabine Lisicki: Sie hätte sich auf ein Duell mit Venus Williams freuen dürfen. Vor einem Monat hatte sie die ältere der beiden Williams-Schwestern auf dem Weg zu ihrem ersten Titel auf der WTA-Tour in Charleston noch überraschend bezwungen. dpa

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