French Open : Tennis-Erdbeben in Paris

Der viermalige Champion Rafael Nadal ist ausgeschieden, Philipp Kohlschreiber wirft den Weltranglistenvierten Novak Djokovic raus - bei den French Open gibt es einen Paukenschlag nach dem anderen. Jetzt spielt Thomas Haas gegen Roger Federer.

Petra Philippsen
Nadal
Rafael Nadal musste sich bei den French Open erstmals geschlagen geben. -Foto: dpa

ParisDer Weltranglisten-Erste und viermalige Roland-Garros-Champion Rafael Nadal ist im Achtelfinale der French Open ausgeschieden. Nach 31 Siegen in Serie kassierte der Linkshänder aus Mallorca am Pfingstsonntag seine erste Niederlage überhaupt beim wichtigsten Sandplatz-Turnier der Welt. Mit 2:6, 7:6 (7:2), 4:6, 6:7 (2:7) musste sich Nadal drei Tage vor seinem 23. Geburtstag dem Schweden Robin Söderling geschlagen geben. Seit seinem ersten French-Open-Auftritt 2005 hatte der Sandplatz-König in jedem Jahr den Titel in Paris gewonnen. Mit dem Ende der spektakulären Serie verpasste es der spanische Tennisprofi auch, als erster Spieler überhaupt fünfmal nacheinander in Roland Garros zu triumphieren.

"Ich habe heute sicher nicht mein bestes Tennis gespielt", sagte Nadal. "Natürlich bin ich im Moment enttäuscht, aber die Saison geht weiter. Ich muss diese Niederlage akzeptieren." Auch bei den Damen hat sich die Vorjahressiegerin verabschiedet. Die Serbin Ana Ivanovic verlor gegen Victoria Asarenka mit 2:6, 3:6. Die Weißrussin trifft im Viertelfinale nun auf die Weltranglisten-Erste Dinara Safina. Die 23 Jahre alte Russin besiegte Aravane Rezai aus Frankreich mit 6:1, 6:0.

Söderlings größter Sieg

Nach genau dreieinhalb denkwürdigen Stunden auf dem Court Philippe Chatrier breitete Söderling beide Arme aus, schleuderte seinen Schläger ins Publikum und ließ sich von den Zuschauern feiern, die sich geschlossen von ihren Sitzen erhoben. Der 24-Jährige, in der Weltrangliste auf Position 25 geführt, ist der erste Schwede seit Magnus Norman im Jahr 2000, der die Runde der besten acht bei den French Open erreichte. In der vergangenen Woche hatte er beim World Team Cup in Düsseldorf Rainer Schüttler eine historische 6:0, 6:0-Schlappe verpasst - nun folgte sein bestes Grand-Slam-Resultat. "Das ist der größte Sieg meiner Karriere", sagte Söderling, der im Studio des französischen Fernsehens mit den Tränen kämpfte.

Drei Titel hat der im schwedischen Tibro geborene und heute in Monte Carlo lebende Schwede bislang gewonnen. Seine beste Platzierung in der Weltrangliste war im November 2008 Position 17, alle bisherigen Duelle mit Nadal hatte er verloren - zuletzt beim Masters-Turnier in Rom im Achtelfinale 1:6, 0:6. Doch so wie Philipp Kohlschreiber tags zuvor gegen den Weltranglisten-Vierten Novak Djokovic machte Söderling das Spiel seines Lebens. Angefeuert von "Robin, Robin"-Sprechchören konterte er sämtliche Attacken Nadals, der nie zu seiner gewohnten Form fand. Mit dem zweiten Matchball machte Söderling die Sensation perfekt. Er trifft nun auf Nikolai Dawidenko aus Russland, der den Spanier Fernando Verdasco bezwang.

Kohlschreiber und Haas wollen ins Viertelfinale

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Kohlschreiber mit dem 6:4, 6:4, 6:4-Erfolg gegen den Weltranglisten-Vierten Novak Djokovic aus Serbien für die größte Überraschung gesorgt. Der Davis-Cup-Profi aus Augsburg kämpft an diesem Montag gegen Tommy Robredo aus Spanien um den Einzug ins Viertelfinale. Alle drei bisherigen Duelle mit dem 27-Jährigen hat er verloren - zuletzt vor zweieinhalb Wochen in Madrid.

"Da muss ich verdammt aufpassen. Er ist ein sehr intelligenter Spieler, wegschießen kann man den nicht", sagte Kohlschreiber. Gemeinsam mit Thomas Haas hatte er für das beste French-Open-Resultat deutscher Herren seit 13 Jahren gesorgt. Auch der 31-jährige Hamburger steht im Achtelfinale - bekommt es dort allerdings mit dem 13-maligen Grand-Slam-Sieger Roger Federer aus der Schweiz zu tun.

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