Sport : Freudlos in der Sonne

Ski Alpin: Riesch scheidet aus, Hölzl auf Rang acht

Annette Kögel

Sölden - Schöner hätte der Auftakt zur Weltcupsaison nicht sein können. Als wollte die Skiregion Sölden im Tiroler Ötztal den Ausfall im vergangen Jahr wieder wettmachen, strahlte die Sonne in 3038 Meter Höhe auf dem Rettenbachgletscher vom Himmel. 11 000 Zuschauer kamen zur Rennstrecke, bimmelten mit Kuhglocken und sahen die italienischen Skirennläuferin Denise Karbon, die in 2:23,21 Minuten im Riesenslalom Erste wurde. Auf Platz zwei fuhr Julia Mancuso aus den USA vor der Österreicherin Kathrin Zettel. „Ich freue mich besonders über den Sieg, weil ich in der Vorbereitung verletzt sechs Wochen pausieren musste“, sagte Denise Karbon, „Ich hoffe, dass sich die Medien durch diesen schönen Einstieg für den Skisport noch mehr interessieren.“

Die deutschen Damen konnten sich nicht so freuen. Kathrin Hölzl fuhr als beste Deutsche auf Rang acht. „Das Wechselspiel zwischen Sonne und Schatten auf der Piste wir nicht einfach“, sagte die Zollangestellte. Nachwuchsfahrerin Viktoria Rebensburg landete auf dem 18. Rang. „Die Strecke war lang und kraftraubend“, sagte Rebensburg .Sie hatte schon vor dem Start eine Aufregung erlebt, weil sie zu den Opfern von Skidieben zählte, die in Sölden insgesamt 21 Paar wertvolle Weltcup-Ski stahlen. Zum Glück gab es noch ein Ersatzpaar für die deutsche Rennläuferin.

„Unsere Damen konnten die im ersten Durchgang gesteckten Erwartungen leider nicht ganz erfüllen", sagte der Alpindirektor des DSV, Wolfgang Maier, Vor allem Maria Riesch, die im zweiten Durchgang auf der hartgefrorenen Piste verkantete und stürzte. In diesem Moment hielten einige der Kuhglockenschwenker den Atem an, den schließlich hat die 24-Jährige in der letzten Saison ihren zweiten Kreuzbandriss auskurieren müssen. Unmittelbar nach dem Rennen sah es aber so aus, als hätte sie sich keine neue Verletzung zugezogen.

Dabei hatte der erste Durchgang für Maria Riesch vielversprechend begonnen. Entschlossen fuhr sie auf den 5. Platz vor und strahlte. „Das ist mehr, als ich erwartet habe, ich wäre schon mit einer Platzierung zwischen 10 und 15 zufrieden gewesen“, sagte die 24-Jährige. Doch am Ende musste sie einen Ausfall verkraften. Da kennt sie sich allerdings gut aus. Um anderen dabei zu helfen, mit Tiefschlägen umzugehen, schreibt Riesch gerade ein Buch, in dem sie mentale Ratschläge gibt. Annette Kögel

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