Sport : Freund des Sports will helfen

SEBASTIAN ARLT

Beendet Bundeskanzler Kohl den Streit ums Olympiastadion? VON SEBASTIAN ARLT

Der Bundeskanzler ist eben ein Freund des Sports.Nicht nur, daß Helmut Kohl bei Endspielen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auf der Tribüne die Daumen drückt oder er sich anschließend vor den Kameras als kenntnisreicher Co-Trainer neben Berti Vogts ins rechte Licht rückt.Kohl, einst Mittelläufer bei Phoenix Ludwigshafen, hat auch ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Sportfunktionäre, die in Zeiten gravierender Einsparungen natürlich vehement auf die Wichtigkeit von Spitzen- und Breitensport in unserer Gesellschaft hinweisen.Und so zog die Abordnung des Deutschen Sportbundes (DSB) mit Präsident Manfred von Richthofen an der Spitze am Abend des Aschermittwochs doch recht frohgemut von dannen, nachdem sie sich in Bonn mit dem Kanzler zu einem "Sportgipfel" getroffen hatte.Kohl hat der Funktionärsriege Mut gemacht.Die Erkenntnis des Manfred von Richthofen: "Der Kanzler ist auf unserer Seite." Nun ist es nicht so, daß man vom Kanzler kommt und hundertprozentige Zusagen in seinem Gepäck hat.Eher sind es Versprechen, etwas noch einmal zu prüfen.So eine doch noch mögliche Berücksichtigung des Sports in den Maastricht-Verträgen oder die fatalen Folgen der Gesundheitsreform auf die Zusammenarbeit zwischen Krankenkassen und Sportvereinen.Versprechen, sich - mit dem ganzen Gewicht des Amtes - für etwas einzusetzen.Was, um mit Kohl zu sprechen, dann hinten rauskommt, bleibt abzuwarten.Einig war man sich mit Kohl jedenfalls, daß bei einer Bewerbung für die Fußball-WM 2006 in Deutschland unbedingt Berlin und eine weitere Stadt in Ostdeutschland als Spielorte nominiert werden müßten.Diese Botschaft hört man in Berlin natürlich gerne, wenn da nicht die leidige Frage der Kosten für die Sanierung des maroden Olympiastadions wäre.Kohl sagte zu, sich für eine Lösung im Streit zwischen dem Bonner Finanzministerium und dem Berliner Senat einsetzen zu wollen.Richthofen: "Ich hoffe, daß jetzt Bewegung in die Sache kommt." Bisher blieb Bundesfinanzminister Theo Waigel (kein Freund des Sports?) ja hart. Doch in Berlin liegt, so Richthofen, der auch Präsident des Landessportbundes (LSB) ist, neben dem Stadion noch einiges mehr im argen.Nur zwei Beispiele: Betreiber für die neuen Hallen werden immer noch gesucht, der Schwimmhalle an der Landsberger Allee droht wegen Finanzierungsproblemen ein Baustopp.Ohnehin fehlt überall Geld.Deshalb soll nun auch eine Waldbenutzungsgebühr bei Waldläufen oder Volkswanderungen erhoben werden.Der LSB-Präsident empört: "Das ist behördliche Abzockerei."

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