Sport : Freundlich verloren

Union unterliegt 1860 mit 0:1

Karsten Doneck

Berlin. Freundschaftlich ging es allemal zu. Nicht nur, weil der Berliner Fußballer Kostadin Widolow die Halbzeitpause zu einem Gedankenaustausch mit seinem bulgarischen Landsmann und Gegenspieler Daniel Borimirow nutzte und deshalb fast zu spät in die Kabine kam. 1. FC Union gegen 1860 München – bei diesem letzten Test vor dem Start der Rückrunde am Wochenende legten beide Mannschaften im Stadion an der Alten Försterei vor nur 2125 Zuschauern am Dienstag ein derart gesittet-kollegiales Verhalten an den Tag, als sei der Kampf um die Stammplätze längst entschieden. Als alle schon auf ein torloses Unentschieden eingestimmt waren, schaffte Borimirow nach einer Ecke in der 87. Minute noch den Treffer zum 1:0 (0:0)-Sieg für die Münchner.

Immerhin hat sich der 1. FC Union gesteigert. Vor der Saison überprüfte die Mannschaft, damals noch unter Trainer Georgi Wassilew, ihre Form gleich gegen zwei Bundesligisten: Gegen Hansa Rostock und Energie Cottbus gab es zwei 0:3-Niederlagen. Die Winterpause hat Coach Mirko Votava dazu genutzt, die Viererkette einzustudieren. Dieses Abwehrverhalten wurde im Trainingslager auf Mallorca verfeinert. Die Formation mit Sandmann, Molata, Ernemann und Nikol stand gegen 1860 München sicher, selbst Münchens Benjamin Lauth, der schon so manchen Bundesliga-Gegenspieler mit seinem Tordrang zum Narren hielt, fand da kaum Lücken, nur einmal schoss er aufs Tor – drei Minuten vor Schluss.

Die Münchner verzichteten auf einige Stammspieler, Thomas Häßler etwa war in München geblieben. Nach seiner Knieverletzung sucht der Mittelfeldspieler den Anschluss. Die „Bild“-Zeitung hatte am Spieltag gemeldet, Union habe eventuell Interesse daran, Häßler nach Auslaufen seines Vertrages am Saisonende nach Köpenick zu holen. „Da ist nichts dran, das ist Schwachsinn“, sagte Lars Töffling, Unions Pressesprecher. Auch Präsident Heiner Bertram fand die Idee „irrsinnig“, denn „derjenige müsste reinpassen ins Konzept, der Trainer müsste zustimmen und der Mann müsste fremdfinanziert werden – keines dieser Kriterien ist erfüllt“. Häßler und Union – das wird wohl keine Freundschaft werden.

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