Freundschaftsspiel : Gelungener Start ins Länderspiel-Jahr

Mit einem 3:1-Sieg über die Schweiz ist die deutsche Nationalmannschaft in das neue Jahr gestartet. Beim Freundschaftsspiel in Düsseldorf trafen Debütant Gomez, Rückkehrer Kuranyi und Torsten Frings für das DFB-Team.

Düsseldorf - Dank der umjubelten "Ersatzstürmer" Kevin Kuranyi und Mario Gomez ist der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ein verheißungsvoller Start ins Länderspiel-Jahr 2007 gelungen. Auch ohne die Top-Angreifer Miroslav Klose und Lukas Podolski besiegte der WM-Dritte vor 51.333 Zuschauern in der ausverkauften "Arena Düsseldorf" EM-Mitgastgeber Schweiz mit 3:1 (2:0). Rückkehrer Kuranyi sorgte bereits in der 7. Minute für das 1:0, dem Debütant Gomez (30.) die Pausenführung folgen ließ. Nach dem 3:0 durch Torsten Frings (66.) sorgte der eingewechselte Marco Streller (71.) mit seinem Gegentreffer für den einzigen Schönheitsfehler beim sechsten Sieg im siebten Spiel unter der Regie von Bundestrainer Joachim Löw.

Der mit dem Schwung des WM-Jahres bestandene Test dürfte Löw vor allem die Erkenntnis gebracht haben, dass er für die entscheidenden Partien in der EM-Qualifikation gleich mehrere Alternativen für die Besetzung des Angriffs hat. 45 Tage vor dem wohl wichtigsten Länderspiel des Jahres gegen Tschechien in Prag empfahl sich der vor Selbstbewusstsein sprühende Kuranyi mit Nachdruck wieder für einen Stammplatz in vorderster Linie. Mit seinem 15. Länderspieltor und weiteren gelungenen Aktionen feierte der Schalker nach 15 Monaten ein glänzendes Comeback im DFB-Trikot und sorgte dafür, dass der gesperrte Podolski nicht vermisst wurde. Kuranyi hatte sich bereits am 2. Juni 2004 beim 2:0-Sieg in Basel mit zwei Toren als "Schweiz- Schreck" erwiesen.

Gomez mit gutem Debut

An seiner Seite entpuppte sich Gomez als echte Verstärkung für die Offensive. Der Stuttgarter, der den wegen einer Daumenverletzung pausierenden Klose ersetzte, zeigte viel Spielverständnis und krönte sein Debüt mit einem tollen Kopfball-Treffer. Der siebte Neuling der Ära Löw wurde nach knapp einer Stunde von Mike Hanke abgelöst.

In der zentralen Position war Michael Ballack bis zu seinem Ausscheiden in der 45. Minute wegen einer Zerrung im rechten Oberschenkel Dreh- und Angelpunkt eines Spiels, in dem die 4-1-4-1- Taktik der Schweizer nicht aufging. Anders als bei seinem Club FC Chelsea wurde der Kapitän auch immer wieder von seinen Mitspielern gesucht. Als wertvollster Helfer des Regisseurs erwies sich Clemens Fritz, der in seinem erst vierten Länderspiel auf der ungewohnten rechten Mittelfeld-Position viel Druck entwickelte und auch als Tor-Vorbereiter glänzte. Dagegen unterstrich Bastian Schweinsteiger auf der linken Seite, dass die Krise des FC Bayern nicht spurlos an ihm vorbeigegangen ist. Der Münchner agierte unglücklich und ohne den gewohnten Tordrang.

Abwehr in WM-Besetzung

Nach der Pause schlüpfte Tim Borowski in die Ballack-Rolle und knüpfte mit präzisen Pässen und Flanken nahtlos an die Leistung seines Vorgängers an. Die erstmals seit dem Halbfinale gegen Italien in WM-Besetzung spielende deutsche Abwehr wurde vom EM-Gastgeber nur selten in Verlegenheit gebracht. Als sich Per Mertesacker und Christoph Metzelder einmal nicht einig waren, nutzte Streller dies zum Anschlusstor.

Die deutsche Mannschaft erwischte einen perfekten Start in den 49. Vergleich mit dem Traditionsgegner, in dessen Reihen vier Bundesliga-Legionäre standen. Bei geschlossenem Hallendach und angenehmen Temperaturen dauerte es nur sieben Minuten, ehe Kuranyi sein Comeback mit dem ersten Länderspieltor seit dem 21. Juni 2005 krönte. Der Rückkehrer aus Schalke war im Nachsetzen per Kopf erfolgreich, nachdem Torhüter Diego Benaglio einen Ballack-Kopfball nur noch gegen die Latte lenken konnte. Kuranyi wurde bei dieser Aktion durch die Stiefelspitze von Stephane Grichting im Gesicht getroffen, konnte aber nach kurzer Behandlungspause weiterspielen.

2:0 per Hechtkopfball

Auch die nächste viel versprechende Aktion ging auf das Konto des Schalkers (21.), dessen Torschuss von Philippe Senderos im letzten Moment zur Ecke abgeblockt wurde. Neun Minuten später war wiederum Fritz mit seiner Flanke Ausgangspunkt des zweiten deutschen Tores, das Gomez per Hechtkopfball erzielte. Eine Minute später drohte Jens Lehmann zum ersten Mal Gefahr, als ein 20 Meter-Schuss von Hakan Yakin knapp am Tor vorbeistrich.

Die Hausherren begannen auch in den zweiten 45 Minuten stürmisch. Nach Borowski-Zuspiel verpasste Gomez knapp seinen zweiten Treffer (50.), eine Minute später flog ein Schuss von Philipp Lahm, der mit seiner Leistung Selbstvertrauen zurückgewann, am Tor von Benaglio vorbei. Mit einem Freistoß über Freund und Feind hinweg in die lange Ecke des Schweizer Gehäuses krönte schließlich Frings die tadellose Leistung in seinem 65. Länderspiel mit dem 9. Tor im DFB-Trikot. (tso/dpa)

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