Sport : Friedhelm Funkel will noch lange Trainer beim MSV bleiben (Interview)

Herr Funkel[laut "Sportbild" ist der MSV das zwei]

Herr Funkel, laut "Sportbild" ist der MSV das zweikampfschwächste Team der Liga. Ungewöhnlich für eine Mannschaft, die stets für ihre Malochermentalität geachtet war...

Da muß ich widersprechen. Nach meiner eigenen Statistik waren wir in den letzten drei Spielen stärker als unser jeweiliger Gegner, auch wenn wir die Partien nicht gewonnen haben.

Vom Rückkehrer Michael Zeyer haben Sie sich wohl mehr Impulse in Sachen Spielkultur versprochen. Warum hat Zeyer sein Potenzial bis dato nicht ausschöpfen können?

Er hat sein Potenzial durchaus gezeigt. Gegen Bayern München hat er überragend gespielt. Was ich von Michael noch vermisse, ist der Zug zum gegnerischen Tor. Er muss noch mehr gefährliche Aktionen einleiten, muss häufiger zum Abschluss kommen.

Führen Sie das bis jetzt mäßige Abschneiden Ihrer Elf auch auf die Vorgänge im Umfeld des Vereins zurück?

Das hat damit nichts zu tun. Diese Vorgänge liegen einige Wochen zurück und auch in dieser Zeit haben wir gute Spiele gezeigt, etwa gegen die Bayern. Warum sollte ein Spieler auch schlecht spielen, wenn im Umfeld kurzzeitig mehr los ist, als das normalerweise der Fall sein mag. Schließlich wird er auch weiterhin gut bezahlt.

Trotz einiger Differenzen mit dem Aufsichtsrat haben Sie Ihren Vertrag verlängert. Warum?

Ich wollte wissen, welche Leute den Verein in den nächsten Jahren führen werden. Als das fest stand, sind viele Gespräche geführt worden, bei denen mir auch ein Mitspracherecht in Bezug auf den neuen Sportlichen Leiter eingeräumt wurde. Damit war für mich die Basis geschaffen, dass bei uns weiter kontinuierlich gearbeitet werden kann.

Sie haben also mit der Ankündigung, den Verein vielleicht zu verlassen, hoch gepokert und viel gewonnen.

Überhaupt nicht. Weder ist meine Position im Verein gestärkt noch geschwächt worden. Ich wollte lediglich Klarheit über den Kurs der Vereinsführung. Als ich die hatte, stand einer Verlängerung nichts im Wege

Müssen Sie trotzdem im Falle einer Niederlage gegen Hertha BSC um Ihren Job bangen?

Man hat absolutes Vertrauen zu mir und ich werde noch sehr lange in Duisburg Trainer sein. Im übrigen gehe ich nicht von einer Niederlage in Berlin aus.

Was gibt Ihnen den Glauben daran, dass sich Ihre Mannschaft fängt?

Der Charakter der Mannschaft und die Erfahrung der Spieler, die solche Situationen kennen. Bei uns wird es keine Selbstzerfleischung geben. Die Mannschaft hat stets bewiesen, dass sie sich in entscheidenden Situationen steigern kann. Wir werden in aller Ruhe weiter arbeiten und uns Schritt für Schritt wieder herankämpfen.

Nützt Ihnen die Tatsache, dass Hertha unter der Woche in Mailand gespielt hat?

Kaum. Hertha BSC dürfte nur wenig trainiert haben in den letzten Tagen. Aber wenn die Ergebnisse, wie bei Hertha, positiv sind, dann beflügelt eine solche Mehrfachbelastung meistens sogar noch.

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