Sport : Friesinger und Verband streiten über Teamstart bei der WM

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Berlin - Anni Friesinger hat ihren definitiven Verzicht auf einen Teamstart bei der Eisschnelllauf-WM in Salt Lake City verkündet. „Die Anspannungen der zurückliegenden Wochen sind deutlich spürbar und ich will meinen Körper nicht überlasten“, erklärte die 30-Jährige auf ihrer Homepage.

Die Führung der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) zeigte dafür kein Verständnis. „Es wäre falsch, die Sache jetzt über das Knie zu brechen. Ich erwarte von ihr weiter ein Bekenntnis zum Team“, sagte Präsident Gerd Heinze, der schon beim Weltcup in Erfurt an Friesingers Mannschaftsgefühl appelliert hatte. „Ich habe Verständnis, dass sie sich auf ihre Strecken konzentriert, aber sie darf das Team nicht ganz im Stich lassen.“ Sportdirektor Günter Schumacher sagte: „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Wir werden bei der WM nach der besten Lösung suchen“. Friesinger reagierte auf den Druck der DESG und den Wunsch ihrer Gefährtinnen Claudia Pechstein und Daniela Anschütz-Thoms in der WM-Mannschaft zu starten: „Ich bin ein Mensch und keine Maschine. Meine Gesundheit ist mein Kapital! Das sollte auch im Sinne des Verbandes sein.“ Noch tags zuvor hatte Frauen-Cheftrainer Markus Eicher nach Gesprächen mit der Inzellerin und ihrem Trainer Gianni Romme festgestellt, dass die Entscheidung über die Teambesetzung erst in Amerika fallen werde. Auch für ihn kam der Verzicht Friesingers überraschend.

Die Bayerin hatte sich in dieser Saison auf die Sprintdistanzen und die 1500 Meter konzentriert und gewann die Sprint- WM in Hamar. Schon dort hatte sie erstmals vom Verzicht auf das Teamrennen in Salt Lake City, das einen Tag vor den ihr wichtigeren 1000 Metern stattfindet, gesprochen. Als Friesinger vor der Saison gedroht hatte, auf Teamrennen zu verzichten, falls Romme nicht den Status eines Honorartrainers erhalte, erfüllte die DESG diese Forderung. Nun wird von der Bayerin eine Gegenleistung erwartet. Mit Anni Friesinger hatte das Frauenteam bei der WM 2005 und 2006 bei Olympia zweistrahlende Siege davongetragen. dpa

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