Sport : Frisuren der Zeitgeschichte

Fußballer und ihre seltsamen Haarschnitte

Benedikt Voigt

Zu Beginn empfehlen sich ein paar mahnende Worte: Blicken Sie in ihren alten Führerschein oder Personalausweis, und Sie werden feststellen, dass niemand beim Thema Haarschnitt ohne Sünde ist. Dies ist ein Thema, bei dem Demut angesagt ist. Das allerdings sollte niemanden daran hindern, sich über das modische Schicksal jener Fußballprofis zu amüsieren, die sich in dem Buch „Footballers’ Haircuts“ wiederfinden.

In diesem Kleinod der Sportberichterstattung hat der Autor Cris Freddy die vielen Höhepunkte und noch zahlreicheren Tiefpunkte der englischen Fußballerhaarschnitte für die Nachwelt festgehalten. Wer der englischen Sprache nicht so mächtig ist, wird sich an den vielen Fotos erfreuen, die das Drama in seinem gesamten Ausmaß wiedergeben.

Auch internationale Größen, die Fußballerhaargeschichte geschrieben haben, werden berücksichtigt. Zu Recht unvergessen sind beispielsweise die unbeschreiblichen Matten der Kolumbianer Carlos Valderrama und René Higuita. Unbestrittener Star der Haarfibel bleibt jedoch Chris Waddle mit einem Achtzigerjahre-Nick-Kershaw-Schnitt. Im Vorwort erhält der frühere englische Profi Gelegenheit, einige Ausreden für das offensichtlich freiwillig erlittene Unglück zu formulieren. „Footballers’ Haircuts“ ist ein kleines Buch, das großen Spaß macht.

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