Sport : Früher oder später

Michael Schumacher gewinnt den Weltmeistertitel in der Formel 1 – zum fünften Mal in Folge

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Nach Zieldurchfahrt, Siegerehrung, Pressekonferenz und einer kurzen Umarmung mit Ehefrau Corinna sowie FerrariSportchef Jean Todt wollte Michael Schumacher in Spa nur noch eines: seinen siebten Formel-1-WM-Titel endlich so richtig feiern. Mit einem zweiten Platz hinter Kimi Räikkönen, der damit eine lange Durststrecke von McLaren-Mercedes beendete, hatte sich Schumacher die Titelverteidigung vorzeitig gesichert. Und auch wenn es diesmal nicht in Freudentränen und großen Gefühlsausbrüchen endete, so war die Freude doch riesengroß: „Das ist schon etwas ziemlich Bewegendes und Erstaunliches, was wir da geschafft haben, in all den Jahren.“

Auch das turbulente Rennen in Spa, das von Unfällen, Reifenschäden und drei Safety-Car-Phasen gekennzeichnet war, hatte Michael Schumacher Spaß gemacht. „Es war sehr spannend. Und man kann ja nicht immer gewinnen. Mercedes hat einen guten Job gemacht, sie waren verdient Sieger“, sagte er. Schumacher war stolz, schon so frühzeitig und zum fünften Mal in Folge als Weltmeister festzustehen und den Triumph gerade in Spa geschafft zu haben, auf seiner Lieblingsstrecke, auf der er 1991 sein Grand-Prix-Debüt gefeiert und 1992 seinen ersten Grand Prix gewonnen hatte.

„Es ist sicher kein Geheimnis, dass es früher oder später wahrscheinlich sowieso passiert wäre. Es hätte höchstens etwas ganz Dummes dazwischenkommen können“, sagte Schumacher. Während die Fans, die schon vor der Siegerehrung auf die Strecke gestürmt waren, um ihren Helden mit Fahnen, Tröten, Pauken und Trompeten zu feiern, langsam abzogen, ging es bei Ferrari erst einmal hoch her. Allerdings nur im eigenen Motorhome, hinter hermetisch verschlossenen Türen. Selbst Sauber-Pilot Felipe Massa, selbst sensationell vor seinem Teamkollegen Giancarlo Fisichella als Vierter angekommen, musste anklopfen, um zum Gratulieren und Anstoßen hineinzukommen.

Schumacher kann die letzten Rennen der Saison ganz entpannt angehen. Weitere Siege von ihm sind dadurch nicht ausgeschlossen. „Man kann die letzten Rennen wirklich nur noch genießen und absolut auf Sieg fahren, ohne sich da auch nur noch ein kleines bisschen zurückzuhalten“, sagt Schumacher.

Gefeiert wurde indes nicht nur bei Ferrari, sondern auch bei Mercedes. Und zwar der erste Saisonsieg von Kimi Räikkönen. Der finnische Vize-Weltmeister von 2003 hatte das Rennen in Spa eindeutig dominiert. „Endlich!“, freute sich die gesamte McLaren-Mercedes-Truppe, die im Laufe der Saison nach vielen Misserfolgen so viel Hohn und Spott hatte einstecken müssen. „Das ist die Belohnung für unsere Anstrengungen, unser ganzes Team hat über Wochen und Monate extrem hart gearbeitet, um den Rückstand aufzuholen, heute haben wir gezeigt, dass wir es wirklich geschafft haben", jubelte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

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