Sport : Früher Schreck und später Triumph

CHIO: Beerbaum siegt, ein junger Reiter stürzt.

Aachen - Endlich ein deutscher Erfolg in einem wichtigen Springen in der Soers: Ludger Beerbaum hat beim CHIO in Aachen den Preis von Nordrhein-Westfalen gewonnen. Doch überschattet wurde der Sieg am Freitag durch einen Schreckmoment. Nachwuchsreiter Andreas Kreuzer hatte in dem wichtigsten Springen des Tages für eine große Schrecksekunde beim diesjährigen CHIO gesorgt.

Der 22-Jährige aus Sendenhorst war vor 25 000 Zuschauern am Aussprung der zweifachen Kombination mit seinem Wallach Balounita schwer gestürzt und am Boden liegen geblieben. Nach längerer ärztlicher Behandlung im Parcours wurde das Mitglied des deutschen Perspektivkaders in ein Krankenhaus gebracht. Dort gab es Entwarnung: eine Gehirnerschütterung und schwere Prellungen, aber keine Brüche oder andere schwere Verletzungen. Vorsorglich muss Kreuzer noch bis Samstag zur Beobachtung in der Klinik bleiben.

Nach seinem Triumph sprach Beerbaum sprach Kreuzer Mut zu. „So, wie ich ihn kenne, kratzt der morgen schon wieder mit den Hufen“, meinte er.

Zuvor hatte der 49-Jährige im Stechen des mit 130 000 Euro dotierten Springens auf Chaman seine ganze Klasse gezeigt. Der viermalige Olympiasieger blieb mit dem 14-jährigen Hengst fehlerfrei und war in 38,12 Sekunden klar der Schnellste. „Er hatte keinen Schweißtropfen, ich hatte keinen Schweißtropfen. Das war heute wie Geigespielen“, sagte Beerbaum.

Für seinen dritten Erfolg in dem CHIO-Klassiker nach 1995 und 2002 kassierte er 25 000 Euro. Insgesamt hatten 18 Reiter nach einem Umlauf das Stechen erreicht, sechs davon aus Deutschland. Der Borkener Marcus Ehning wurde mit Plot Blue (0 Strafpunkte/40,45 Sekunden) Dritter hinter der US-Amerikanerin Laura Kraut auf Cedric (0/39,77).

Der Erfolg von Beerbaum war auch ein kleiner Trost für den verpassten Heimsieg mit dem deutschen Team am Donnerstagabend. Für die von ihm angeführte deutsche Equipe hatte es zum fünften Mal hintereinander nicht zum Triumph beim heimischen Nationenpreis gereicht. Hinter den Niederlanden und Belgien landeten die Gastgeber auf Rang drei. Beerbaum war auch deshalb erleichtert über den Sieg am Freitag: „Das war gut, mal zu zeigen, dass wir auch mal dran sind.“dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar