Sport : Frühes Saisonende für den Spätstarter

Stefan Hermanns

Denis Lapaczinski war heute Abend eigentlich zum Essen verabredet. In Rostock wollte sich Herthas Abwehrspieler mit Armin Veh treffen. Veh, inzwischen Cheftrainer bei Hansas Bundesliga-Fußballern, hat mit Lapaczinski bis zum vorigen Sommer beim SSV Reutlingen zusammengearbeitet: Er gilt als Förderer des Verteidigers, und vor knapp zwei Jahren sind sie gemeinsam in die Zweite Liga aufgestiegen. So etwas verbindet, auch wenn der Junioren-Nationalspieler vor dieser Saison nach Berlin wechselte.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Aus dem Wiedersehen an der Ostseeküste wird heute allerdings nichts. Denis Lapaczinski muss stattdessen voraussichtlich mit Kamillentee und belegten Graubrotschnitten vorlieb nehmen. Krankenhauskost eben. Herthas Verteidiger hat sich gestern Nachmittag das rechte Sprunggelenk gebrochen. In dieser Saison wird er nicht mehr zum Einsatz kommen. "Vom Kopf her war er richtig fertig", berichtete Herthas Trainer Falko Götz.

Passiert ist es im Training - ohne Beteiligung eines Gegenspielers: Lapaczinski war mit dem Fuß im Rasen hängengeblieben. Anschließend musste er mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht werden, schon am Abend wurde er operiert. Für Falko Götz war es die zweite schlechte Nachricht innerhalb von nur fünf Tagen. In der vorigen Woche hatte sich Nationalspieler Sebastian Deisler - ebenfalls im Training und ebenfalls ohne Fremdeinwirkung - einen Muskelfaserriss zugezogen. Auch Deisler spielt diese Saison nicht mehr. "Man muss sich fast vom Pech verfolgt fühlen", sagt Götz. Für den 20 Jahre alten Lapaczinski tut es ihm besonders Leid: "Das ist heftig. Denis hat gerade zum ersten Mal richtig Bundesligaluft geschnuppert."

Unter Götz hatte sich Lapaczinski bei Hertha einen Stammplatz gesichert. Der Sprung aus der Zweiten Liga in die Erste war doch schwieriger gewesen, als der vielleicht talentierteste deutsche Verteidiger seines Alters das vermutet hatte. Inzwischen hat es Lapaczinski auf 13 Bundesliga-Einsätze gebracht. Meist hat er seine Aufgaben solide erfüllt, am vergangenen Samstag in Wolfsburg aber sah der U-21-Nationalspieler in einigen Szenen nicht besonders gut aus. Das hat ihn gewurmt. "Denis ist ein extrem ehrgeiziger Spieler", sagt Götz. "Möglicherweise hat er sich selbst zu sehr unter Druck gesetzt." Lapaczinski hatte für seinen freien Tag eine private Videosession angekündigt. Er wollte sich seine Fehler in Wolfsburg noch einmal vor Augen führen, und auch von seinem Trainer hatte er sich detailliert erklären lassen, was er alles falsch gemacht hatte.

In den nächsten Wochen wird Denis Lapaczinski andere Sorgen haben.

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