Sport : Frust, Frust, Freude

Unentschieden, Niederlage und Sieg für deutsche Klubs in der Europa League

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Daneben. Werder Bremen und Petri Pasanen trafen nichts gegen Enschede. Foto: dpadpa

In der 84. Minute hatte sich Grafite schon darauf vorbereitet, der Held des Abends zu werden. Gerade hatte er den Elfmeter zur 2:1-Führung im Tor untergebracht – doch auch der zweite Treffer des Brasilianers reichte dem VfL Wolfsburg nicht, um den Sieg zu sichern. Zum Auftakt der K.o.-Phase in der Europa League reichte es nur zu einem 2:2 (0:1) beim FC Villarreal.

Dabei hatten sich die Wolfsburger Torchancen in Serie erspielt. Nach einem überraschenden Rückstand, für den ein harter Freistoß des Villarreal-Kapitäns Marcos Senna kurz vor der Halbzeit verantwortlich war, hatten sie sich in die Partie zurückgekämpft. Grafite erzielte mit einem wuchtigen Schuss in der 65. Minute das sehenswerte 1:1. Und weil sein überforderter Gegenspieler Ivan Marcano nach einem Foulspiel an ihm die Rote Karte gesehen hatte, war per Elfmeter sogar das 2:1 für die Gäste gefallen. Aber die Freude, und das ist in Wolfsburg ein längst bekanntes Gefühl, währte nur ganz kurz. Sekunden nach Grafites 2:1 fiel noch der Ausgleich durch Marco Ruben.

Neben Grafite, der allein genug Chancen für einen Auswärtssieg hatte, war in der Wolfsburger Mannschaft ein bisher völlig ungekannter Fußballer in den Mittelpunkt gerückt. Der erst 22 Jahre alte Marwin Hinz kam zu einer Beförderung vom zweiten Ersatztorhüter und einer Premiere in der Europa League – eine recht mutige Entscheidung von VfL-Trainer Lorenz-Günther Köstner. Hinz aber war traf keine Schuld daran, dass der VfL das mit rund 8000 Zuschauern nur spärlich gefüllte Stadion frustriert verließ.

Noch frustrierter kehren die Profis von Werder Bremen aus dem niederländischen Enschede zurück. Durch ein enttäuschendes 0:1 (0:1) muss der Vorjahresfinalist um den Achtelfinaleinzug bangen. Vor 22 000 Zuschauern im Stadion „De Grolsch Veste“ erzielte Theo Janssen fünf Minuten vor der Pause mit einem 25-Meter-Fernschuss ins lange Eck das Tor des Abends, Bremens Torhüter Tim Wiese war machtlos. „Wir haben nicht die Leistung gezeigt, die wir uns vorgestellt haben“, sagte Bremens Trainer Thomas Schaaf. „Wir haben den Gegner zu viel spielen lassen.“ Für das Rückspiel im Weserstadion in einer Woche forderte Schaaf ein entschlosseneres Auftreten.

Unschöne Szenen gab es vor Anpfiff in der Innenstadt von Enschede, als deutsche Fans ein Lokal stürmen wollten. Augenzeugen berichteten, dabei seien auch Flaschen und Stühle geflogen. Wie eine Sprecherin der Stadt mitteilte, wurden rund 50 Personen festgenommen.

Eine kleine Überraschung gab es vor dem Anpfiff: Ruud van Nistelrooy stand nicht in der Startelf gegen seinen alten Heimatverein PSV Eindhoven. Doch auch ohne ihren niederländischen Stürmer, der später eingewechselt wurde, ging der Hamburger SV Mitte der ersten Halbzeit 1:0 in Führung – und hielt diese bis zum Ende. Marcell Jansen verwandete einen von Mladen Petric herausgeholten Foulelfmeter.

Beide Mannschaften spielten in der ersten Halbzeit sehr zurückhaltend, es gab kaum Torchancen, in der zweiten Hälfte änderte sich das, doch es fiel kein Tor mehr. Insgesamt siegte der HSV verdient und hat nun eine gute Ausgangsposition im Rückspiel in Eindhoven.oto/dpa

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