Frustfoul von Guerrero : Angst treten Gegner um

Von vielen Seiten wird eine möglichst lange Sperre für Paolo Guerreros Foul verlangt. Doch Frust gehört zum Fußball, egal, ob man spielt oder guckt, meint unser Autor Matthias Klappenbach. Und Verständnis?

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Der Mensch schlägt und tritt bisweilen um sich, wenn er nicht mehr weiter weiß. Der Amateurpsychologe kann sich so das Foul des Hamburgers Paolo Guerrero erklären, der Stuttgarts Torhüter Sven Ulreich bei der klaren HSV-Niederlage umgetreten hat. An der Eckfahne, von hinten. Mit reichlich Anlauf, das gestreckte Bein voraus. Als sei Ulreich eine Werbetonne.

Von vielen Seiten wird nun eine möglichst lange Sperre für das außergewöhnliche Foul gefordert. Sonst lerne Guerrero es ja nie. Er hat vor zwei Jahren eine Trinkflasche auf einen pöbelnden Fan geworfen und getroffen. Da war er endlich wieder in Deutschland, nachdem er zuvor wochenlang wegen seiner Flugangst in Peru festgehangen hatte. Ein Angstpatient also, der seinen Frust an einem anderen ausgelassen hat.

Die einfache Ferndiagnose für Guerrero gilt sicher auch für manchen Zuschauer. Frust gehört zum Fußball, egal, ob man spielt oder guckt. Verständnis eher nicht.

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