Sport : Frustriert in den Winter

Union denkt nach dem Debakel in Fürth neu nach.

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Nicht nach oben. Unions Trainer Uwe Neuhaus war in Fürth geknickt, kann aber auf eine gute Hinrunde blicken. Foto: dapd
Nicht nach oben. Unions Trainer Uwe Neuhaus war in Fürth geknickt, kann aber auf eine gute Hinrunde blicken. Foto: dapdFoto: dapd

Uwe Neuhaus schaute entsetzt. Der Trainer des Fußballzweitligisten 1. FC Union hatte aus den Augenwinkeln wahrgenommen, dass der gerade von ihm ausgewechselte Angreifer John Jairo Mosquera gegen den Behälter mit den Trinkflaschen getreten hatte. Die flogen daraufhin teilweise in den Dreck. Der Kolumbianer war in der Auswärtsbegegnung bei Greuther Fürth schon beim Zwischenstand von 0:3 bedient. Am Ende kassierten die Berliner durch die 0:5 (0:3)-Pleite gar die höchste Niederlage der Saison. „Wenn man das Ergebnis sieht, war es eine eindeutige Sache. Wenn man beide Spiele in dieser Saison mit null Punkten und 0:9 Tore nimmt, ist es noch eindeutiger. Das 0:4 im Hinspiel war vom Verlauf wenigstens etwas anders“, sagte Neuhaus.

Der Union-Trainer war wie alle seine Spieler nach dem Abpfiff zum Block der mitgereisten 500 Union-Fans geeilt. Die feierten ihre Mannschaft trotz des Debakels. Schon kurz vor dem Halbzeitpfiff hatten sie trotzig die Alte Försterei besungen, das Heimstadion der Berliner. Dort läuft es traditionell besser als bei Unions Auftritten auswärts. Da die Köpenicker jedoch zuvor fünf Mal in Folge nicht verloren und zwei Mal in Serie auswärts gewonnen hatten, war eine so deutliche Abfuhr im letzten Spiel des Jahres kaum zu erwarten. „Jetzt gerade ist das Gesamtbild der ersten Halbserie auf jeden Fall getrübt“, sagte Verteidiger Patrick Kohlmann. „Wer mit guter Laune herumrennt und an die gute Hinrunde denkt, ist fehl am Platze.“

Der Ausfall von Innenverteidiger Christoph Menz und die Magen-Darm-Krankheit von Kapitän Torsten Mattuschka, der erst nach der Pause eingewechselt werden konnte, schwächte die Gäste wohl doch mehr, als Neuhaus zunächst einräumen wollte. Vor allem in der neuen Innenverteidigung mit Christian Stuff und dem erstmals seit Ende Oktober wieder von Beginn an spielenden Ahmed Madouni gab es Abstimmungsprobleme.

„Wir wissen, dass wir noch eine Menge lernen müssen. Wir müssen auch noch mehr Qualität haben, um noch ein bisschen weiter nach oben schauen zu können“, sagte Neuhaus. „Trotzdem lassen wir uns die gute Hinserie nicht kaputtmachen. Wir sind stolz auf das, was wir geschafft haben und werden versuchen, die Rückrunde ähnlich zu gestalten.“ Die Vorbereitung dafür beginnt am 4. Januar ohne Michael Parensen, der sich einen Außenbandriss im rechten Sprunggelenk zuzog und etwa drei Wochen pausieren muss.

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