Füchse : An der Uhr gedreht

Die Füchse besiegen Düsseldorf nach kurzer Unterbrechung am Anfang 32:27.

Hartmut Moheit

Berlin - Mit einer kleinen Panne begann das siebte Saisonspiel der Füchse in der Handball-Bundesliga. Kaum, dass es gegen die HSG Düsseldorf angepfiffen worden war, erfolgte auch schon wieder eine Unterbrechung. Die offizielle Uhr musste erst noch in Schwung gebracht werden. Das Team von Dagur Sigurdsson wurde nur kurz in seinem ersten Angriff gebremst, danach gab es vorerst kaum noch ein Halten.

Vor 7926 Zuschauern in der Schmeling-Halle wurde dem Aufsteiger nur selten noch eine Chance gelassen und damit bereits die entscheidende Grundlage für den dritten Sieg in Folge mit 32:27 (20:10) gelegt. „In der ersten Hälfte hat mein Team eine hochkonzentrierte Leistung geboten“, beurteilte der isländische Coach dann auch diese 30 Minuten. Für HSG-Trainer Goran Suton, der den Berlinern zur „tollen Entwicklung in den letzten Jahren und der großartigen Kulisse“ gratulierte, kamen die Füchse vor allem von den Halbpositionen zu viel zu leichten Treffer. Ein deutliches Plus hatten die Berliner zudem in Petr Stochl, der bei der Torhüter-Rotation von Sigurdsson diesmal den Vorzug gegenüber Silvio Heinevetter erhalten hatte.

Vor allem der Norweger Kjetil Strand war bei seinen sechs von insgesamt neun Treffern ein Nutznießer dieser HSG-Schwäche. Die Füchse spielten den Gegner mit enorm hohem Angriffstempo regelrecht schwindelig, strahlten von allen Positionen Gefahr aus und dominierten den Gegner auch in der Deckung. Beim 16:6 (24. Minute) hatten sie erstmals eine Zehn-Tore-Führung erreicht. Was sollte ihnen bei dieser Überlegenheit da noch passieren? Zumal die ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit sich nahtlos anschlossen. Beim 27:15 (40.) nahm der HSG-Trainer seine zweite Auszeit, und kurz danach gab sein Berliner Kollege auch den Wechselspielern eine Chance. Das hatte einen unerwarteten Bruch zur Folge, der die Füchse sogar noch in Schwierigkeiten brachte.

„Wann soll der Trainer denn junge Spieler wie Colja Löffler und Johannes Sellin einsetzen, wenn nicht in dieser Phase?“, verteidigte Füchse-Manager Bob Hanning das Vorgehen von Sigurdsson. Aber es waren ja nicht diese jungen Spieler allein, auf deren Kappe es ging, dass es plötzlich nur noch 30:26 (57.) stand. Auffällig war, dass ein Leistungsträger wie Konrad Wilczynski auf Linksaußen im Spiel und von der Siebenmeterlinie die einstige Gefährlichkeit vermissen lässt. Und Michal Kubisztal auf Halblinks kann nach den Worten von Hanning „nach seiner Bandscheibenoperation vor ein paar Wochen das angeschlagenen Entwicklungstempo der Füchse nicht mithalten“.

So musste letztlich gegen Düsseldorf wieder der erste Sechser ran, mussten Tore von Kjetil Strand, Torsten Laen und Bartlomiej Jaszka her, sonst hätte nach der kleinen Panne am Anfang zum Schluss eine noch viel größere passieren können. Hartmut Moheit

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