Füchse Berlin : Heimpremiere ohne drei

Im ersten Heimspiel der neuen Saison treffen die Füchse Berlin auf den Bergischen HC. Nicht mit dabei: Colja Löffler. Dennoch werden sich die Berliner höchst engagiert im Fuchsbau präsentieren wollen - zumindest engagierter als beim letzten Aufeinandertreffen.

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Colja Löffler blieb bisher von schwerwiegenden Verletzungen verschont. Doch nun hat es den 25-Jährigen am Knie erwischt.
Colja Löffler blieb bisher von schwerwiegenden Verletzungen verschont. Doch nun hat es den 25-Jährigen am Knie erwischt.Foto: dpa

Bislang ist Colja Löffler immer mit dem Schrecken davongekommen. Eine Blessur hier, ein Hämatom da, damit hat sich die Krankenakte des 25-Jährigen im Grunde erledigt, was schon ziemlich erstaunlich ist nach sechs Jahren Profisport. Schwerwiegende Verletzungen? „Kannte ich bisher nicht“, sagt Löffler: „Deshalb ist es für mich eine völlig neue Situation.“ Am vergangenen Samstag hat es nun mit Löffler den nächsten Handballer der Füchse Berlin erwischt, nach der Niederlage seines Teams zum Bundesliga-Start in Göppingen schmerzte das Knie, das bereits in der Vorbereitung Probleme bereitet hatte. Zu Wochenbeginn hat sich Löffler deshalb nun Knorpelteile aus dem lädierten Knie entfernen lassen. Rückkehr: frühestens Ende September. Das Bild vom frisch operierten und dick eingepackten Knie auf Löfflers Facebook-Seite deutet allerdings auf einen noch längeren Heilungsprozess hin.

Nach Bartlomiej Jaszka (Schulter-OP) und Denis Spoljaric (Verletzung am Handgelenk) ist Löffler bereits der dritte Spieler aus dem 18er-Kader des Bundesligisten, der nicht nur im Heimspiel gegen den Bergischen HC (19.45 Uhr, Max-Schmeling-Halle) fehlen wird, sondern auch darüber hinaus. Löfflers Ausfall trifft die Füchse zwar nicht so hart wie der Verlust ihres polnischen Spielmachers und ihres kroatischen Abwehrchefs, weil der Linksaußen auf einer strategisch weniger relevanten Position beheimatet ist. Trotzdem besteht kein Zweifel daran, dass Trainer Dagur Sigurdsson in Löffler vorläufig einen sehr zuverlässigen Rollenspieler verliert. Dank enormer Physis hat sich der ehemalige Jugendspieler der Füchse nun schon in der siebten Bundesliga-Saison in Folge seinen Platz im Berliner Kader gesichert.

Trotzdem wird es keinen externen Ersatz für den Linksaußen geben, der alternativ auch am Kreis einsetzbar ist. „Wir können froh sein, dass wir in den letzten Jahren so viel in den eigenen Nachwuchs investiert haben“, sagt Füchse-Manager und Nachwuchstrainer Bob Hanning. Wie schon zum Ende der vergangenen Saison, als den Berlinern phasenweise vier Rückraumspieler fehlten, bedient sich der Klub in der vereinseigenen zweiten Mannschaft und befördert den 21 Jahre alten Tom Skroblien für ein paar Wochen in den Profikader. Ob Skroblien bereits gegen den Bergischen HC aufläuft, darf aber zumindest bezweifelt werden. Erste Wahl auf Linksaußen ist und bleibt Fredrik Petersen.

Unabhängig jeglicher Personalien haben die Füchse gegen das Team aus Wuppertal noch eine Rechnung zu begleichen. Am vorletzten Spieltag der Saison 2013/14 feierte der BHC mit einem Auswärtssieg in Berlin den vorzeitigen Klassenerhalt. Weil es dagegen für die Berliner um nichts mehr ging und sie auch genau so spielten, beäugte die Konkurrenz das Ergebnis seinerzeit zumindest mit Skepsis.

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