Füchse Berlin : Im Umbruch nach vorn

Die Füchse dürfen schon in dieser Saison auf einen Europacupplatz hoffen. Ein Grund dafür ist, dass sie in Stresssituationen nicht einbrechen, sondern sich steigern können.

Hartmut Moheit

Berlin - Plötzlich gerät Rolf Brack, der promovierte Trainer beim HBW Balingen-Weilstetten, ins Schwärmen. „Was hier bei den Füchsen passiert, ist beachtlich. Ich bin gespannt, wann das Team im Europacup spielt. Das dauert nicht mehr lange“, sagt er. Dieses außergewöhnliche Urteil, kurz nachdem sein Team den Berlinern mit 25:31 (14:11) unterlegen war, ist keinesfalls nur der jahrelangen Freundschaft zu Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning geschuldet. So wie sich Brack äußert, wird das Projekt Bundesliga- Handball in Berlin längst generell in Deutschland gesehen.

20 Tore bei 25 Angriffen sprechen für sich

Selbst das seitens der Füchse recht zähflüssige Spiel gegen den Tabellen-15. aus Balingen taugt dazu, die Hanning-These „wir sind auf dem Weg nach Europa“ zu bekräftigen. Die Mannschaft hat mittlerweile das Format, in einer Stresssituation die Leistung erheblich zu steigern. Als das Spiel gegen die sehr kampfstarken Balinger endgültig zu kippen drohte, gelangen den Füchsen plötzlich bei 25 Angriffen 20 Tore. Diese starke Quote spricht für Selbstbewusstsein, Lernfähigkeit, starke Physis und individuelle Klasse. „Natürlich ging es in der Halbzeit recht emotional zu“, beschreibt Füchse-Trainer Jörn-Uwe Lommel seine Ansprache zuvor. „Schließlich wollen die Zuschauer uns siegen sehen.“ Aber das alles hätte nicht geholfen, wenn das Team an einer Leistungsgrenze angekommen wäre. Das ist nicht der Fall, und darin liegt auch die Zuversicht für die nächsten Spiele begründet.

Jaszka und Kubisztal haben schon verlängert

„In der Liga findet derzeit ein Riesenumbruch statt“, sagt Lommel. Er steht zwar nach wie vor zum ambitionierten Saisonziel, Platz acht bis zwölf erreichen zu wollen, sagt aber auch: „Es ist völlig legitim, dass wir auf einen Europacupplatz schielen.“ Er habe jedenfalls einen Riesenspaß mit der Mannschaft.

Mittlerweile ist auch klar, dass in dieser Saison kein neuer Spieler mehr zu den Füchsen kommen wird. Bob Hanning und der für die neue Saison avisierte Trainer Dagur Sigurdsson sondieren zwar vor allem den skandinavischen Markt, aber aktuell stehen erst einmal Vertragsverlängerungen an.

Gerade wurden die Kontrakte von Regisseur Bartlomiej Jaszka um vier Jahre und seines polnischen Landsmannes Michal Kubisztal (zwei Jahre) verlängert. Auch ein neuer Vertrag für den derzeit verletzten Norweger Kjetil Strand ist offensichtlich nur noch eine Formsache. „Wir wollen das Gerüst des Teams auf keinen Fall verändern“, nennt Hanning erneut seine zuvor skizzierte Strategie. Da er bisher mit allem richtig liegt, sieht es um die Füchse-Zukunft sehr gut aus.

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