• Füchse Berlin in der Handball-Bundesliga: Höhenflug mit reduziertem Bordpersonal

Füchse Berlin in der Handball-Bundesliga : Höhenflug mit reduziertem Bordpersonal

Gegen den TVB Stuttgart können die Füchse Berlin die Tabellenführung in der Handball-Bundesliga übernehmen – Kent Robin Tönnesen fällt verletzt aus.

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Kent Robin Tönnesen fehlt den Füchsen bis auf weiteres. Foto: Imago/Sebastian Wells
Kent Robin Tönnesen fehlt den Füchsen bis auf weiteres.Foto: Imago/Sebastian Wells

Yves Kunkel hat sich wahrscheinlich selbst ein wenig gewundert über das Verhalten des Publikums, so etwas gibt es nun wirklich nicht alle Tage. Das Tor des Außenspielers von der HBW Balingen zum zwischenzeitlichen 4:8 gegen die Füchse Berlin war zwar ein außergewöhnliches, erzielt auf spektakuläre Art und Weise, nämlich per Kempa-Trick, aber diese Reaktion am Sonntag? Die Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle, die es für gewöhnlich mit dem Berliner Handball-Bundesligisten halten – sie applaudierten tatsächlich nach dem Treffer für die Gäste aus Baden-Württemberg.

Ob es sich beim Motiv um echte Anerkennung oder einen Anflug von Überheblichkeit handelte, darüber lässt sich durchaus streiten. Fakt ist allerdings, dass die Füchse-Fans nach den jüngsten Eindrücken ihrer Mannschaft in dieser Spielzeit durchaus bereit sind, gewisse Zugeständnisse an den Gegner zu machen – dafür ist das Team von Coach Erlingur Richardsson bislang viel zu souverän durch die Saison marschiert. Ins Heimspiel gegen den TVB Stuttgart an diesem Mittwoch (19 Uhr, Max-Schmeling-Halle) gehen die Berliner nicht nur mit 8:0 Punkten, sondern auch mit dem besten Torverhältnis aller Teams, trotz eines Spiels Rückstand. Bei einem Heimsieg gegen die Schwaben winkt sogar die Tabellenführung. Andererseits können sie sich dafür auch noch nichts kaufen, und dieses Bewusstsein ist durchaus ausgeprägt im Verein. „Es muss unser Anspruch sein, unsere Heimspiele gegen Teams wie Balingen oder Stuttgart zu gewinnen“, sagt Manager Bob Hanning.

Ein Muskelbündelriss in der rechten Wade setzt Tönnesen vorerst außer Gefecht

Am Dienstag ist dieser Anspruch zumindest minimal torpediert worden, da haben die Berliner nämlich die zweite schwerwiegende Verletzung der noch jungen Saison öffentlich gemacht: Demnach müssen sie für sechs bis acht Wochen auf Kent Robin Tönnesen verzichten, der sich am Sonntag gegen Balingen verletzt hat, Diagnose: Muskelbündelriss in der rechten Wade. Bereits im April hatte der norwegische Nationalspieler wegen eines Muskelfaserrisses an der selben Stelle gefehlt. Neben dem am Zeh verletzten Rechtsaußen Hans Lindberg fehlen den Füchsen damit gleich zwei der vier im Kader verfügbaren Linkshänder. Für Tönnesen rückt am Mittwoch der junge Christoph Reißky zu den Profis auf, der normalerweise zur zweiten Mannschaft gehört. „Jetzt zahlt sich unsere Jugendarbeit aus“, sagt Manager Bob Hanning. Bei den Füchsen gehört es schließlich zum guten Ton, personelle Ausfälle mit Eigengewächsen aufzufangen, die perspektivisch ohnehin für die Profi-Mannschaft eingeplant sind.

Nun kommen Verletzungen nie gelegen, aber Tönnesens Ausfall könnte vom Zeitpunkt her kaum ungünstiger sein. „Wir haben im Oktober viele wichtige Spiele“, sagt der Rückraumspieler, unter anderem bekommen es die Berliner mit dem THW Kiel (Bundesliga), der SG Flensburg-Handewitt (Pokal-Achtelfinale) und Chambéry Savoie (EHF-Pokal-Qualifikation) zu tun. „Deshalb ist die Verletzung gerade jetzt besonders ärgerlich“, sagt Tönnesen, „ich möchte natürlich in sechs Wochen wieder spielen.“ Das letzte Wort wird aber sicher Teamarzt Jürgen Bentzin haben.

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