Füchse Berlin : Jakov Gojun, der Stabilisator mit Kaliber

Jakov Gojun soll die zuletzt wackelige Defensive der Füchse Berlin wieder konkurrenzfähig machen. Manager Bob Hanning hält den Kroaten für einen der "besten Abwehrspieler der Welt".

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Kernkompetenz: Dazwischenfunken. Jakov Gojun (rechts) erhält bei den Füchsen einen Dreijahresvertrag.
Kernkompetenz: Dazwischenfunken. Jakov Gojun (rechts) erhält bei den Füchsen einen Dreijahresvertrag.Foto: dpa

Es ist jetzt nicht so, dass die Ereignisse in unmittelbarem Zusammenhang stehen, aber Zufall? Das wäre wohl ein bisschen übertrieben. Wenn noch ein finaler Nachweis notwendig war, wo es in dieser Saison hakt bei den Füchsen Berlin, dann lieferten ihn die Spieler des Handball-Bundesligisten am Dienstagabend: 32 Gegentore im Heimspiel gegen die seit Wochen als Absteiger feststehende SG Bietigheim, „das geht so natürlich nicht“, sagte Manager Bob Hanning. „Es ist, glaube ich, ganz gut, dass wir im Kader für die neue Saison Veränderungen vorgenommen haben“, ergänzte er.

Bis gestern belief sich die Zahl der Sommer-Zugänge bei den Berlinern auf vier, die Planungen waren formell abgeschlossen. Am Mittwochvormittag legten die Füchse dann allerdings noch einmal nach auf dem Transfermarkt: Jakov Gojun, 29, soll demnach die zuletzt arg wackelige Defensivabteilung wieder konkurrenzfähig für die Bundesliga-Spitze machen. Der kroatische Nationalspieler, zuletzt in Diensten des französischen Spitzenklubs Paris St. Germain, erhält einen Drei-Jahres-Vertrag bei den Füchsen. „Wir sind stolz, dass sich einer der besten Abwehrspieler der Welt für Berlin entschieden hat“, sagte Manager Hanning.

Tatsächlich haben die Füchse seit längerer Zeit keinen Spieler von Gojuns Kaliber verpflichtet. Zuletzt setzten sie verstärkt auf den eigenen Nachwuchs und merklich junge und größtenteils unbekannte Zugänge wie den Spanier Ignacio Jimenez (21) oder den Isländer Bjarki Elisson (24). Die Eindrücke der vergangenen Wochen haben nun offenbar dazu geführt, dem Kader einen neuen Abwehrchef vorzusetzen. „Wir erhoffen uns von Jakovs Verpflichtung wieder mehr Stabilität und Konstanz“, sagt Hanning.

Erfahrung auf höchstem internationalem Niveau bringt der 2,03 Meter große Kroate in jedem Fall mit. Hanning witzelt – basierend auf den Erfahrungen mit diversen Spielerberatern – zwar gern, dass Handballer aus dem ehemaligen Jugoslawien „von Geburt an 100 Länderspiele“ auf der Visitenkarte stehen haben. Gojun hingegen hat genau diese Zahl nachweislich erbracht: Auch im kroatischen Nationalteam ist der Rechtshänder für Organisation und Abstimmung im Mittelblock verantwortlich – genau wie einst Denis Spoljaric, den Gojun nun auch in Berlin beerben soll. Spoljaric, langjähriger Abwehrchef bei den Füchsen, schlägt sich seit Saisonbeginn mit einer komplizierten Verletzung am Handgelenk herum. Gut möglich, dass der 35-Jährige seine Karriere im Sommer beenden muss. „Wir wissen nicht, wie sich die Verletzung bei Denis entwickelt“, sagt Hanning, „deshalb hatten wir auf dieser Position akuten Handlungsbedarf.“

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