Füchse Berlin : Mehr Lust als Frust

Wie die Füchse Berlin die restlichen vier Monate der Handballsaison in der Bundesliga sehen.

Hartmut Moheit
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Füchse-Rückhalt. Petr Stochl.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Bis heute wussten die Füchse- Handballer nicht, dass auf sie am Abend des 27. Juli etwas Besonderes wartet. Dagur Sigurdsson, der dann bereits ihr neuer Trainer sein wird, plant zum Einstand einen Grillabend im eigenen Garten. „Dann werden erstmals auch alle neuen Spieler da sein“, sagt Geschäftsführer Bob Hanning, der das Treffen als „teambildende Maßnahme“ sieht. Die neue Saison, in der die Füchse ins Liga-Spitzengruppe wollen, soll locker eingeleitet werden.

Rund vier Monate sind es noch bis dahin und damit stellt sich die Frage, ob der aktuelle Bundesliga-Alltag für die Profis deswegen mehr Pflicht als Lust geworden ist? Schließlich liegen die Füchse vor dem heutigen Spiel beim TV Großwallstadt als Bundesligazehnte in einer Tabellenregion, die jenseits von Gut und Böse ist. Der Abstieg war in dieser Saison zu keinem Zeitpunkt ein Thema, der Europacupplatz ist nun auch keins mehr. Kapitän Petr Stochl beschreibt seine Beobachtungen aus dem Training: „Die Stimmung ist gut, alle wollen weiter Spiele gewinnen.“ An die neue Saison, die bestimmt wieder spannend werde, denke er kaum einmal. Dem Eindruck, speziell nach dem Debakel gegen Magdeburg, dass die Füchse nur noch Dienst nach Vorschrift schieben würden, wiederspricht Stochl: „Wir werden bis zum Schluss richtig arbeiten.“

Einen wesentlichen Grund dafür nennt Bob Hanning: „In dieser Saison hat das Team noch elf Spiele vor sich, die für jeden Handballer reizvoll sein sollten.“ Allein die nächsten zwei Heimspiele gegen den HSV Hamburg am 29. März (17 Uhr/Schmeling-Halle) sowie gegen den THW Kiel am 10. April (17 Uhr/O2-World) seien für jeden Anreiz genug. „Wenn du gegen solche TopTeams dabei sein kannst, bist du von vornherein mit Lust bei der Sache“, sagt Hanning. Dass aber Lust und Begeisterung – speziell bei den Füchsen – nicht dasselbe sind, hat Jörn-Uwe Lommel aber dennoch festgestellt. „Das schwankt bei einigen Spielern doch gewaltig“, sagt der zum Saisonende ausscheidende Trainer. Etwa so, wie zuletzt auch die Leistungen des Teams waren. Bob Hanning meint aber: Man könne selbst nach dem Magdeburg-Spiel nicht sagen, dass die Spieler nicht gekämpft hätten. Die Art und Weise wie alles vor 15 000 Fans lief, habe eben keine Begeisterung aufkommen lassen. „In einer Nicht-Handball-Halle“, sagt Lommel.

Noch ist offen, ob die Füchse in der neuen Saison öfter am Ostbahnhof spielen werden. Wenn ja, dann werden sie von vornherein eine positivere Einstellung zu dieser Halle mitbringen müssen. Am besten Begeisterung, die ihnen Dagur Sigurdsson beim Grillen erstmals vermitteln möchte.

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