Füchse Berlin : Pavel Horak: Ein Mann für einfache Tore

Das Spiel gegen die Füchse ist für Göppingens Pavel Horak ein besonderes: "Ich habe noch nie gegen einen Verein gespielt, zu dem ich am Saisonende wechsele." Am Mittwochabend kann der Tscheche zeigen, wofür die Berliner ihn geholt haben.

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Der Shooter kommt: Mit Treffern aus der Distanz hat Pavel Horak die Füchse zuletzt geärgert, bald geht er für die Berliner auf Torejagd. Foto: Reuters
Der Shooter kommt: Mit Treffern aus der Distanz hat Pavel Horak die Füchse zuletzt geärgert, bald geht er für die Berliner auf...Foto: Reuters

Spieler, die häufig den Klub wechseln, kennen solche Konstellationen. Pavel Horak erlebt sie dagegen zum ersten Mal. „Ich habe noch nie gegen einen Verein gespielt, zu dem ich am Saisonende wechsele“, sagt Horak. Er werde versuchen, das Spiel so professionell anzugehen wie jedes andere, ergänzt der Tscheche, „aber ich gebe auch zu: Es wäre mir lieber, wenn ich es schon hinter mir hätte.“ Weil Horak natürlich weiß, dass er am Mittwochabend unter besonderer Beobachtung stehen wird, wenn die Füchse Berlin nach 42 Tagen WM-Pause den 20. Spieltag der Handball-Bundesliga mit der Partie bei Frisch Auf Göppingen eröffnen (20.15 Uhr). Von den sechs Zugängen, die die Berliner im Januar mit Blick auf die Spielzeit 2013/14 präsentiert haben, ist Horak der prominenteste, erfahrenste und womöglich beste.

Der 30 Jahre alte Rückraumspieler soll den Füchsen künftig das liefern, womit er sie in der Vergangenheit geärgert hat: Treffer aus der Distanz. Physisch bringt Horak alle Voraussetzungen dafür mit. Der 1,98-Meter-Mann zählt zu den besten Shootern der Bundesliga, in der laufenden Saison hat er bereits 84 Treffer erzielt – mehr als jeder Spieler im Füchse-Kader. Manager Bob Hanning sagt über seine Verpflichtung: „Wir brauchten einen Spieler, den wir so nicht hatten, der etwas Besonderes mitbringt und der in schwierigen Situationen einfache Tore werfen kann.“ Drei Schritte anlaufen, hochsteigen, abschließen. So stellen sie sich das vor bei den Füchsen. So hat es Horak in seinen sechs Bundesliga-Jahren hundertfach praktiziert. Im Sommer wechselt er nun ablösefrei nach Berlin, sein Vertrag in Göppingen läuft am Saisonende aus. Ein typischer Hanning-Transfer.

„Eigentlich hatte ich keinen Grund, Göppingen zu verlassen“, erzählt Horak, „ich habe mich hier immer wohlgefühlt, ein Haus gekauft und sportlich lief es lange Zeit auch sehr gut.“ 2011 und 2012 holten die Schwaben den EHF-Pokal. „Den ganz großen Sprung haben wir aber nie geschafft“, sagt Horak, „der Trend geht sogar eher in die andere Richtung.“ Im Moment belegt Frisch Auf mit 16:22 Punkten Rang zehn in der Bundesliga, die Europapokalplätze sind in weite Ferne gerückt. Die Füchse können dagegen mit der Perspektive Champions League für sich werben, sie belegen aktuell Rang vier. „Ich sehe das als Bestätigung für die gute Arbeit, die in den letzten Jahren in Berlin geleistet wurde“, sagt Horak. „Als ich in die Bundesliga kam, waren die Füchse gerade aufgestiegen – und jetzt stehen sie da, wo wir mit Göppingen stehen wollten.“ Insofern sei der Wechsel nur logisch, findet Horak.

Umstellen müssen wird sich der Tscheche trotzdem. „Ich habe noch nie in einer Großstadt gewohnt“, sagt er. „In erster Line geht es aber nicht um die Stadt oder um mich, sondern darum, beim Projekt Füchse mitzuhelfen.“ In den nächsten Wochen will sich Horak deshalb schon mal ein Bild von Berlin machen, eine Wohnung suchen, die Strecke zum Trainingszentrum abfahren. „Ich möchte gut vorbereitet sein, wenn ich im Sommer umziehe“, sagt er.

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