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Füchse Berlin siegen gegen Wetzlar : Was der Präsident schon wusste

Vereinspräsident Frank Steffel prognostiziert richtig: Die Füchse Berlin besiegen Tabellennachbar Wetzlar 23:20 und bauen ihren Vorsprung auf die Hessen auf vier Punkte aus.

Christoph Dach
Berlins Petar Nenadic (l) setzt sich gegen Wetzlars Evans Klesniks durch. Foto: Gregor Fischer/dpa
Berlins Petar Nenadic (l) setzt sich gegen Wetzlars Evans Klesniks durch.Foto: Gregor Fischer/dpa

Drago Vukovic behielt seine Rituale nach der Schlusssirene bei. Eine kleine Ehrenrunde durch die Max-Schmeling-Halle mit der Mannschaft, ein separater Abstecher in die Fankurve, dann noch ein kurzer Gruß, und ab ging es in die Kabine. So weit, so bekannt.

Was sich in den eineinhalb Stunden zuvor abgespielt hatte, besaß dann aber doch einen gewissen Nachrichtenwert – weil Vukovic sein Team, die Füchse Berlin, zum ersten Mal seit seinem Wechsel im vergangenen Sommer so durch ein umkämpftes und hochklassiges Handball-Spiel geführt hatte, wie sie es sich beim Berliner Bundesligisten von Anfang an gewünscht hatten. „Das war heute Dragos bestes Spiel, seitdem er bei uns ist“, lobte Füchse-Manager Bob Hanning nach dem Duell gegen die HSG Wetzlar, das die Berliner vor 9000 Zuschauern mit 23:20 (12:9) für sich entschieden. „Ein ganz wichtiger Sieg“, kommentierte Trainer Erlingur Richardsson. Nach dem Erfolg gegen die vielleicht größte Überraschungsmannschaft der Saison haben die Berliner ihren Vorsprung auf Rang sechs nämlich auf vier Punkte ausgebaut. Die Planungen für eine weitere Spielzeit im Europapokal können also allmählich beginnen.

Apropos langsamer Start: Genau den hätte man beiden Teams nach knapp vier Wochen ohne Pflichtspiel zutrauen können. Doch es war genau das Gegenteil der Fall: Die Mannschaften bekämpften sich von Beginn an mit einer Intensität, die dem Status des Spiels angemessen war. Allerdings erwischten die Füchse den wesentlich besseren Start. Sie begannen so wild und engagiert, dass man sich schon fragen konnte, welches Zaubermittel ihnen Coach Richardsson vor dem Aufwärmprogramm ins Getränk getan hatte. Die Füchse verteidigten aggressiv, verschoben gut, liefen entschlossen nach vorn und vollendeten im Angriff meist überlegt und sicher. So erspielten sie sich schnell einen Vier-Tore-Vorsprung (6:2) und zwangen Wetzlars Coach Kai Wandschneider zu einer Auszeit. Bis zur Halbzeit entwickelte sich dann auch ein ausgeglicheneres Spiel, in dem sich auf Berliner Seite zwei Feldspieler besonders hervortaten: eben Drago Vukovic und Torhüter Silvio Heinevetter, der das inoffizielle Duell der Nationaltorhüter mit HSG-Keeper Andreas Wolff knapp für sich entschied.

Nach dem Seitenwechsel verwalteten die Berliner ihre Führung trotz größtmöglicher Gegenwehr. Im Gegensatz zu so manchem Heimspiel in dieser Saison versagten ihnen diesmal auch nicht die Nerven, als Wetzlar den Rückstand phasenweise auf einen Treffer verkürzte. Beste Werfer der Füchse waren die Rückraumspieler Fabian Wiede und Vukovic mit jeweils sechs Treffern.

Welche Bedeutung der Sieg für die Berliner hatte, war nach der Schlusssirene zu sehen. Die Ersatzspieler standen geschlossen vor der Bank und Co-Trainer Volker Zerbe herzte Coach Richardsson. Lediglich Präsident Frank Steffel saß ungewohnt ruhig auf der Tribüne. Aber er hatte das ja ohnehin so kommen sehen und vor dem Anpfiff einen knappen Heimsieg prognostiziert.

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