Füchse in Balingen : Zeit der Bewährung

Bis Silvester erwartet Füchse-Manager Hanning sechs Siege und will danach über Verträge entscheiden. Am Dienstag treten die Füchse in Balingen an.

Hartmut Moheit

Berlin - Als Strafe hat Markus Richwien die knapp 700 Kilometer lange Bustour nach Balingen nicht gerade empfunden. „Mein Gott, auf eine Fahrt mehr oder weniger kommt es doch nicht an“, sagt der Rechtsaußen der Füchse Berlin und zeigt gleichzeitig Verständnis für die durch Bob Hanning getroffene MaßnahFüchme: „Ach, das hat er doch nicht so böse gemeint, wie es jetzt vielfach rübergekommen ist.“ Der Manager des Handball-Erstligisten hatte spontan nach der gezeigten Heimspielleistung seines Team am vergangenen Mittwoch gegen den HSV Hamburg (25:37) die gebuchten Flüge storniert und eine mehrstündige Autobahnfahrt „zur Selbstfindung und Teambildung“ verordnet. Im Prinzip wollte Hanning damit wohl den Druck vor der wichtigsten Phase der Saison erhöhen. „Jetzt erwarte ich in den sieben Spielen bis Silvester sechs Siege und einen guten Auftritt gegen die Rhein-Neckar Löwen“, sagt er. Denn der elfte Tabellenplatz mit 10:12 Punkten entspricht nicht den Regionen, in denen sich die Füchse nach dem letzten Spieltag Anfang Juni 2010 wiederfinden möchten. Das heutige Spiel beim Letzten HBW Balingen-Weilstetten soll nun die Wende zum Besseren einleiten.

„Die Mannschaft sucht stets in hartem Körpereinsatz ihr Heil“, beschreibt Richwien den Stil des Gegners. „Wenn wir aber schnell spielen und die Abwehr damit in Bewegung bringen, können die Balinger nicht so zum Zuge kommen.“ Und von der Füchse-Abwehr, in der auch der zuletzt kränkelnde Mittelmann Stian Vatne wieder voll einsatzfähig ist, verlangt er, dass jeder Berliner den Gegnerkontakt sucht. „Sonst können auch die Balinger aus der zweiten Reihe zu einfachen Toren kommen. Die Spieler dafür haben sie“, sagt Richwien.

Aber generell geht es für die Füchse nicht nur um Punkte als Team. Zum Saisonende laufen bei zehn von 16 Spielern die Verträge aus, und Hanning macht keinen Hehl daraus, dass sich darunter auch „Spieler unter Bewährung“ befinden. „Jeder hat bis zum 31. Dezember, dem Beginn der Saisonpause wegen der EM, die Chance, sich für ein weiteres Engagement anzubieten“, sagt Hanning. Vorher möchte er nichts entscheiden, aber „dann wissen wir schon recht genau, wo wir stehen“. Auch Markus Richwien zählt zu den zehn Spielern, doch er muss sich, gemeinsam mit Torhüter Petr Stochl, noch die wenigsten Sorgen um seine Zukunft machen. „Ich spüre auch, dass man sich darüber freut, dass ich langsam wieder aus meinem Formtief herausgekommen bin“, sagt der ehemalige Magdeburger, der auch schon bei Bundestrainer Heiner Brand in der Nationalmannschaft vorspielen durfte. „Es wird ja auch Zeit, schließlich werde ich nächstes Jahr 25 Jahre alt“, sagt Richwien, „da muss ich langsam das bringen, wozu ich in der Lage bin.“

Eine deutliche Leistungssteigerung erwarten Hanning und Trainer Dagur Sigurdsson nun auch von Kjetil Strand, Mark Bult, Michal Kubisztal und Rico Göde, die nun unter besonderer Beobachtung stehen werden. Wenigstens Strand und Bult haben eigentlich die Klasse, sich aus der für sie nicht ganz leichten Situation zu befreien. Bewiesen haben sie das bereits mehrmals, und wenn sie stark gespielt hatten, waren meist auch die Füchse erfolgreich.

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