Füchse reisen nach Schaffhausen : Macht’s gut, Freunde

Am Donnerstag im Champions-League-Spiel Spiel gegen Schaffhausen hoffen die Handballer der Füchse auf starke Leistungen der Spieler, die bald gehen.

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So kann's weitergehen. Die Füchse nach dem Sieg gegen Barcelona.
So kann's weitergehen. Die Füchse nach dem Sieg gegen Barcelona.Foto: dpa

Zunächst präsentierten die Füchse Berlin Anfang Januar die Neuzugänge für die kommende Spielzeit. Sechs an der Zahl. Und dann sprach der Trainer des Handball-Bundesligisten über die Abgänge des Klubs im Sommer, ebenfalls ein halbes Dutzend. „Ich habe mich mit jedem Einzelnen unterhalten“, sagte Dagur Sigurdsson, „und ich kann garantieren, dass sie bis zuletzt alles geben.“ Die Aussage des Isländers war natürlich Musik in den Ohren all jener, die den frühen Zeitpunkt der großen Personalrochade – fünf Monate vor dem letzten Bundesligaspieltag – kritisiert hatten. So nach dem Motto: Was sollte der Coach auch anderes sagen?

Doch vier Wochen später verfestigt sich der Eindruck, dass Sigurdssons Statement mehr war als reine Plattitüde. Die Berliner konnten die anspruchsvolle Aufgabe zum Rückrundenstart in Göppingen (34:32) lösen und darüber hinaus das Bonusspiel in der Champions League gegen den FC Barcelona (31:30) siegreich gestalten. Und in beiden Begegnungen wussten auch jene Akteure zu überzeugen, deren Verträge auslaufen. In Göppingen erzielte das aus Ivan Nincevic, Torsten Laen, Mark Bult, Börge Lund, Evgeni Pevnov und Johannes Sellin bestehende Sextett insgesamt 14 Treffer. Gegen die spanische Weltauswahl waren es vier Tage später sogar 17 Tore.

„Dass wir uns von diesen Spielern trennen werden, tut auch mir persönlich weh“, sagt Sigurdsson vor der nächsten Station auf der Abschiedstournee, dem Champions-League-Spiel heute beim Schweizer Meister Kadetten Schaffhausen (20 Uhr, live bei Eurosport). „Aber so ist das nun mal im Profisport.“

Wie es für die sechs Abgänge weitergeht, ist derweil völlig unklar. Abgesehen von Sellin, der zum Liga-Konkurrenten Melsungen wechselt, hat bislang kein Spieler einen neuen Verein gefunden. Am unproblematischsten ist diese Situation für Laen, den es wieder in Richtung Dänemark zieht – sein Heimatverein Svendborg dürfte ihn gern nehmen. Bei Pevnov gestaltet sich die Situation komplizierter. Der 23-Jährige hat bereits öffentlich geäußert, zu den Rhein-Neckar Löwen wechseln zu wollen – zumal er in der Nähe von Mannheim aufgewachsen ist. Doch wenn es mit diesem Wechsel nichts werden würde, täte Pevnov gut daran, wie gegen Barcelona weiterhin Eigenwerbung in Form starker Auftritte zu betreiben. Wie Nincevic, Lund und Bult auch. Ist der vermeintlich verfrühte Zeitpunkt der Personalentscheidungen für das Abschneiden der Füchse also gar ein Vorteil? „Es war ja gar keine Frage, ob Spieler wie Torsten Laen, Ivan Nincevic oder Mark Bult weiter mit vollem Eifer dabei“ seien, sagt Markus Richwien, neben Petr Stochl dienstältester Spieler im Berliner Kader, „Die können nämlich gar nicht anders.“

Gewöhnungsbedürftig sei die Situation aber schon, sagt der gerade genesene Nationalspieler: „In unserem aktuellen Team harmonieren wir sportlich und menschlich sehr gut miteinander. Es gibt viele Kumpels.“ Dieser emotionale Spagat könnte den aktuellen Tabellenvierten durch die Rückrunde begleiten. Sigurdsson sieht darin allerdings kein Problem. „Es war ja offensichtlich, dass unsere Mannschaft mal wieder frisches Blut braucht“, sagt er.

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